Ältere Mitarbeiter sind nicht häufiger krank als ihre jüngeren Kollegen. – Ein Kommentar von Helmut Muthers (Babyboomer) in BZ-Nachrichten

Die Vorstellung ist weit verbreitet, dass sich mit zunehmendem Alter sich die Krankheitsfehltage der Mitarbeiter häufen würden. Studien der Krankenkassen DAK und TK zeigten 2011 ein anderes Bild: Junge Arbeitnehmer fehlen zwar öfter im Job, jedoch weniger lang als ältere Mitarbeiter.

Laut der TK-Erhebung sind sie doppelt so häufig krankgeschrieben wie ihre älteren Kollegen, nämlich durchschnittlich zweimal pro Jahr. Während eine Krankschreibung unter den jüngsten Beschäftigten bis 19 Jahren aber nur knapp sechs Tage dauert, sind es bei den über 55-Jährigen schon fast 19 Tage.

Der AOK-Fehlzeiten-Report 2016 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis, dass nämlich ältere Mitarbeiter nicht häufiger krank sind als ihre jüngeren Kollegen. Wenn sie allerdings krank sind, fallen sie in der Regel wesentlich länger aus. Dies hat dem Report zufolge damit zu tun, dass ältere Arbeitnehmer im Unterschied zu ihren jüngeren Kollegen öfter von mehreren Erkrankungen gleichzeitig betroffen sind.

Wenn sich heute 50-Jährige außerhalb des Unternehmens wie 40-Jährige fühlen, dann fühlen die sich im Unternehmen auch wie 40, ausgestattet mit dem Erfahrungswissen eines 50-Jährigen. Und wenn sich der 60-Jährige wie 50 fühlt, mit der Erfahrung eines 60-Jährigen, dann wird es vielleicht höchste Zeit, dass Personalverantwortliche und Führungskräfte im Umgang mit den Mitarbeitern eine neue Form der Ansprache und des Umgangs finden.

Was anderes werden sie sich kaum noch leisten können. Denn immerhin hat ein 50-Jähriger noch mindestens ein Drittel seiner Lebensarbeitszeit vor sich. Eine gewaltige Chance – für alle Beteiligten.

Autor Helmut Muthers

Seit mehr als 17 Jahren fokussiert sich Helmut Muthers auf die Chancen der gesellschaftlichen Alterung und den Unternehmenserfolg bei älteren Kunden und Mitarbeitern. Er gehört zur älteren Generation und kennt die Folgen der demografischen Veränderungen aus exakt dieser Perspektive.

Mit mehr als 1.600 Auftritten gehört Helmut Muthers zu den gefragtesten Rednern mit Themen wie „Sie brauchen keine neuen Kunden. Nehmen Sie die Alten.“ und „Die Mitarbeiter werden grau! Na und? Abschied vom Jugendwahn in der Personalpolitik.“

Helmut Muthers ist Betriebswirt, war Bankvorstand und Sanierer mittelständischer Banken. 1994 gründete er das MUTHERS INSTITUT für Strategisches Chancen-Management. Er ist Landes-Geschäftsführer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V. und Expert-Member des Club 55 (europäische Gemeinschaft von Marketing- und Verkaufsexperten).

Helmut Muthers ist Autor, Mitautor und Herausgeber von 24 Fach- und Hörbüchern, unter anderem „Ab 50 ist man alt… genug, um zu wissen, was man kann und will“, „30 Minuten Marketing 50+“, „Wettlauf um die Alten“.

Er ist Herausgeber des renommierten Coaching-Briefes „Monatliche Praxistipps für die Finanzwirtschaft“ (www.monatlichepraxistipps.com).

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