Aktuelle INSA-Umfrage: Wie stehen die Bürger zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber?

Das Meinungsforschungsinstitut INSA – ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) hat die Bürger in Deutschland gefragt, wie sie insgesamt zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber in Abhängigkeit zu deren Integrationswillen stehen. Das Ergebnis ist eindeutig.

Mit vier Prozent sind nur wenige Befragte grundsätzlich der Meinung, dass abgelehnte Asylbewerber auch dann nicht abgeschoben werden sollen, wenn diese keinen Integrationswillen zeigen. Etwa die Hälfte, mit 58 Prozent und somit der Großteil der Befragten, gibt an, gegen eine Abschiebung integrationswilliger, abgelehnter Asylbewerber zu stimmen bzw. sich für eine Abschiebung integrationsunwilliger, abgelehnter Asylbewerber auszusprechen. Über die Hälfte der Befragten macht ihre Zustimmung oder Ablehnung zur Abschiebung abgelehnter Asylbewerber also von ihrem Integrationswillen abhängig. Etwa ein Drittel der Befragten (31 %) ist hingegen grundsätzlich für eine Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, auch dann, wenn diese Integrationswillen zeigen.

Im Geschlechtervergleich zeigen sich nur geringfügige Unterschiede. So sind drei Prozent der befragten Frauen der Meinung, dass abgelehnte Asylbewerber, auch dann nicht abgeschoben werden sollten, wenn sie keinen Integrationswillen zeigen. Bei den Männern sind es in dieser Antwortkategorie sechs Prozent. 57 Prozent der Männer sprechen sich gegen eine Abschiebung integrationswilliger, abgelehnter Asylbewerber aus und befürworten gleichzeitig eine Abschiebung sich nicht integrierender, abgelehnter Asylbewerber. Bei den Frauen sind es hier 59 Prozent. Weitere 30 Prozent der Frauen befürworten eine grundsätzliche Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, auch wenn sie Integrationswillen zeigen. Bei den Männern sind es 33 Prozent.

Im Vergleich der Altersgruppen zeigt sich, dass die jüngste Generation, die 18- bis 29-Jährigen, den größten Teil an Befragten ausmacht (11 %), welcher sich gegen eine Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, auch wenn sie keinen Integrationswillen zeigen, ausspricht. Bei den 30- bis 39-Jährigen entspricht dieser Anteil sechs Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen drei Prozent. Die 50- bis 59-Jährigen, sowie die ab 60-Jährigen sind nur mit einem Anteil von je zwei Prozent dieser Meinung.

Gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, wenn sie Integrationswillen zeigen und für die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, wenn sie keinen Integrationswillen zeigen, stimmt ebenfalls der Großteil der 18- bis 29-Jährigen, mit einem Anteil von 67 Prozent. Bei den jeweils älteren Gruppen sinkt dieser Anteil annährend kontinuierlich ab: so ordnen sich 56 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, 52 Prozent der 40- bis 49Jährigen und 51 Prozent der 50- bis 59-Jährigen in diese Kategorie ein. Bei den ab 60-Jährigen erhöht sich dieser Anteil wieder und entspricht 60 Prozent.

Grundsätzlich für eine Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, auch wenn sie Integrationswillen zeigen, sprechen sich vermehrt die mittleren und älteren Altersgruppen aus. So ordnen sich mit dem höchsten Anteil (40 %) der 50- bis 59-Jährigen in diese Kategorie ein. Dieser Anteil reduziert sich auf 38 Prozent bei den 40- bis 49-Jährigen bzw. 33 Prozent bei den ab 60-Jährigen. Die beiden jüngeren Altersgruppen weisen hier den geringsten Anteil auf: 29 Prozent bei den 30- bis 39-Jährigen und 13 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen.

Aufgeteilt nach Parteien zeigt sich, dass mit sieben Prozent der höchste Anteil derer, die gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern stimmen würde, auch wenn sie keinen Integrationswillen zeigen, bei Wählern der Union liegt (7 %). Dieser Anteil reduziert sich bei der SPD und der Linken auf sechs Prozent und bei den Grünen auf drei Prozent. Jeweils zwei Prozent der AfD- und FDP-Wähler vertreten ebenfalls diese Auffassung.

Der höchste Anteil, derjenigen, die gegen die Abschiebung von integrationswilligen, abgelehnten Asylbewerbern beziehungsweise für die Abschiebung abgelehnter, integrationsunwilliger Asylbewerber stimmen würde, entfällt auf die Grünen-Wähler, mit einem Anteil von 81 Prozent. Dieser Anteil liegt bei den SPD-Wählern bei 71 Prozent, bei den Linken bei 64 Prozent und bei den FDP-Wählern bei 60 Prozent. Der niedrigste Anteil, entfällt mit 28 Prozent auf AfD-Wähler.

Eine klare Zustimmung für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, auch wenn sie Integrationswillen zeigen, zeigen die AfD-Wählern mit 69 Prozent. Dieser Anteil liegt bei FDP-Wählern bei etwa einem Drittel (36 %), die Unions-Wähler würden dieser Option mit einem Anteil von 28 Prozent zustimmen. Bei den Linke-Wählern liegt dieser Anteil etwa bei 25 Prozent. Der Anteil sinkt bei den SPD- (18 %) und Grünen-Wählern (13 %) auf je unter ein Fünftel.

Im Bildungsvergleich zeigt sich, dass der Anteil der Befragten, welche sich grundsätzlich gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern aussprechen, mit steigendem Bildungsniveau tendenziell abfällt. So würden 29 Prozent der Befragten ohne schulische Ausbildung diesem zustimmen. Dieser Anteil entspricht bei den Befragten, welche sich noch in schulischer Ausbildung befinden, 25 Prozent. Bei den Befragten mit Haupt- oder Volksschulabschluss reduziert sich dieser Anteil auf nur noch sechs Prozent, je weitere drei Prozent der Befragten mit mittlerem Schulabschluss oder gymnasialer Oberstufe ordnen sich in dieser Kategorie ein. Der Anteil bei den Befragten mit Abitur oder Fachhochschulreife liegt hierbei etwas höher mit vier Prozent. 

Der Anteil der Befragten, welche gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern stimmen würde, wenn diese Integrationswillen zeigen beziehungsweise für eine Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, wenn sie keinen Integrationswillen zeigen, entfällt bei den Befragten ohne schulische Ausbildung auf einen Anteil von 33 Prozent. Bei den Befragten, welche sich noch in schulischer Ausbildung befinden, stimmen dieser Kategorie 70 Prozent zu. Bei den Befragten mit Haupt- bzw. Volksschulabschluss reduziert sich dieser Anteil auf 52 Prozent. Mit nun folgendem höheren Bildungsniveau steigt dieser Anteil wieder an und liegt bei den Befragten mit mittlerem Schulabschluss und gymnasialer Oberstufe bei 55 Prozent und bei den Befragten mit Abitur oder Fachhochschulreife bei 64 Prozent.

Grundsätzlich für die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, auch wenn sie integrationswillig sind, spricht sich ein Fünftel der Befragten ohne schulische Ausbildung aus (20 %). Null Prozent der Befragten, welche sich noch in schulischer Ausbildung befinden, stimmen diesem zu. Mit höherem Bildungsniveau pendelt sich dieser Anteil etwa bei einem Drittel ein: so würden 34 Prozent der Befragten mit Haupt- oder Volksschulabschluss, 36 Prozent der Befragten mit mittlerem Schulabschluss und gymnasialer Oberstufe und weitere 28 Prozent der Befragten mit Abitur oder Fachhochschulreife grundsätzlich für eine Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, auch wenn sie Integrationswillen zeigen, stimmen.

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