Alle Mann an Bord! – ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Ich bin ein echter Reisefan. Und nicht selten wünschte ich mir ein bisschen mehr Zeit für die >Faszination Reisen<. Unsere Welt ist so reich an beeindruckenden Plätzen, Ländern, Kulturen und Geschichten und nicht zuletzt Menschen. Da reicht so ein begrenztes Menschenleben kaum aus, alle Schönheiten zu bestaunen und zu begreifen.

Pirate of the Mediteranian: Topagemodel Renate Zott geht an Bord

Obgleich ich ganz individuelle Trips am allerschönsten finde, kann ich mich auch mit Arrangements anfreunden, die in kurzer Zeit eine Fülle von neuen Impressionen versprechen. Genauer gesagt, eine Menge Menschen über die Weltmeere schaukeln und dabei viel besuchte Hafenstädte ansteuern. Von einer solchen mit der >Mein Schiff< kehre ich gerade zurück. Nicht, dass man dabei in kulturelle oder geschichtliche Tiefen eintauchen würde oder auch einen gewissen Unmut darüber entwickeln könnte, zu den Tausenden zu gehören, die sich täglich durch Touristen-Nester quälen wollen. Nein, da liegen die Vorteile der heutigen, modernen Kreuzfahrten auf ganz anderen Gebieten. Kurzum: man bekommt in kurzer Zeit viel zu sehen und hat sein Hotel quasi  immer im Schlepptau. Dabei lassen sich die Cruise-Anbieter ständig noch mehr einfallen, um jeden möglichen Bedarf an Entertainment gewinnbringend abzudecken. Denn machen wir uns nichts vor, der Bedarf für kostenpflichtige Zusatzleistungen in allen Bereichen ist genauestens ermittelt und analysiert. Clevere Strategen wissen, wie und wo sie die richtigen Anreize für urlaubsgenießende Passagiere setzen müssen. Für die Großen und Kleinen, die Jungen und Alten. Da findet sich auf jeden Fall für jeden was. Die Angebots-Range ist nämlich auch neben den Landausflügen riesig. Von Hamburger bis Hummer, Kids Club bis Malkurs, Personal Training bis Ruhe-Pool. Schiffe, groß wie Kleinstädte, die alles beherbergen. Die perfekte Organisation beeindruckt. Allerdings nicht immer nur positiv, denn es entsteht auch manchmal der Eindruck, dass es zu jedem Thema und allen Fragen einen eintrainierten Gesprächsleitfaden gibt. Geschultes Beschwerdemanagement bei Problemen. Und immer schön lächeln, so steht es im Lehrplan. Fröhlich stimmt die lückenlose Planung, wenn es um die Sicherheit der Passagiere geht, die medizinische Versorgung im Notfall und insbesondere auch der Umgang mit Handicaps. Rollstuhlfahrer oder anderweitig geheingeschränkte Passagiere werden völlig unkompliziert und freundlich „mitgenommen“. „Mitnehmen“ heißt in diesem Fall geplante Integration. Schön zu sehen, wenn auch Rollstuhlfahrer behutsam, geduldig und umsichtig von und an Bord gebracht werden, wenn es z. B. um die Teilnahme an Landausflügen geht.

Nun weiß ich nicht, ob ESSEN ein typisch deutsches Anliegen ist. Sicher ist, das Thema wird an Bord der >Mein Schiff< so richtig GROSS geschrieben. Es gibt wenig, was es nicht gibt und das fast rund um die Uhr. Auch Gourmetfreunde kommen an Bord in den Themenrestaurants vermutlich voll auf ihre Kosten. Wer also in diesem Punkt einen Mangel beklagt, dem ist nicht zu helfen, jedenfalls kulinarisch.

Rundum sorglos alles inklusive ist das Meerespaket und immer mehr Menschen schwemmt es an Bord. Das kann man mögen oder auch nicht. Besonders aufgefallen ist mir bei der Reise entlang der Adria, dass auch Großfamilien das Reisekonzept für sich entdeckt haben. Von den ganz kleinen Mäusen bis zu den Senioren waren alle Altersgruppen vertreten und hatten ihren Spaß. Altersgerechtes Entertainment gibt es für jeden und die Möglichkeiten Zeit gemeinsam oder auch getrennt zu verbringen sind zahlreich. Es ist der Platz da, sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Gegensätze, die gerade im Urlaub aufeinander zu prallen drohen, werden hier durch das breite Angebot in seichte Gewässer gesteuert. Die Frühaufsteher mit den Party-Löwen und die Veganer mit den Fleischverzehrern.

Trotzdem. Toleranz braucht das Familien-Konzept, Humor ebenso. Davon am besten reichlich und im besten Fall von allen, die mitreisen. Da muss man schon mal grinsen, wenn am Frühstücksbuffet mit den verpackten Butterstückchen jongliert, in den Treppenhäusern verstecken gespielt oder der Fahrstuhl zum Spielplatz umfunktioniert wird. Alles hat eben seinen Preis.

Summa summarum hat mir die Option auf diese Weise generationenübergreifend Urlaubsfreuden zu genießen gefallen und über Erziehung kann man sich ohnehin ausgiebig streiten. Oder auch nicht.

Die Butterpäckchenjonglage habe ich jedenfalls überlebt.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de.

Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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