Altersarmut: Laut Bundesregierung droht 11 Millionen Bürgern eine Mini-Rente

Altersarmut ist für viele Deutsche das Sorgen-Thema Nummer 1. Reicht das Geld im Alter? Was tun in Zeiten des Nullzinses und rasant steigender Mieten? Die Bundesregierung ist nicht optimistisch.

Die Bundesregierung hat auf eine Anfrage der AfD-Fraktion im Bundestag geantwortet und Zahlen genannt. Zuerst hatte „RND“ berichtet.

Für mehr als elf Millionen Arbeitnehmer reicht zumindest die gesetzliche Rente nicht, um den finanziellen Lebensstandard im Alter zu sichern! Denn: Auch nach 45 Erwerbsjahren kämen sie mit ihrem aktuellen Gehalt nur auf Rentenansprüche in Höhe der staatlichen Grundsicherung – oder sogar weniger.

Die amtlichen Zahlen sind erschreckend

Die Grundsicherung im Alter („Hartz IV für Rentner“) betrug 2017 im Schnitt 814 Euro. Um dieses Niveau bei der gesetzlichen Rente zu erreichen, war rechnerisch ein Einkommen von 24 289 Euro im Jahr bzw. 2024 Euro im Monat notwendig. Und das durchgehend und gleichmäßig 45 Jahre lang!

Ende 2017 lagen 11,32 Mio. Beschäftigte (Teil- und Vollzeit) mit ihrem Jahresverdienst unter dieser Schwelle. Das waren 35 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Erwerbstätigen. Also jeder Dritte Erwerbstätige verdient zu wenig, um im Alter ohne staatliche Hilfe leben zu können.

Naturgemäß sind Menschen mit geringer Qualifikation besonders häufig betroffen. So fallen 63 Prozent der Hilfskräfte (3,1 Millionen) unter die Grenze. Bei „Fachkräften“ (z. B. Handwerker-Gesellen, Verwaltungsangestellte) hatten noch 37 Prozent (insgesamt 7,1 Millionen) ein entsprechend geringes Einkommen.

Bei „Spezialisten“ (z. B. Meister, Betriebswirt) lagen 16 Prozent (662 000 Beschäftigte) unterhalb der Schwelle. Bei den „Experten“ (z.B. Wissenschaftler oder Ingenieure mit Uni-Abschluss) immerhin noch 11 Prozent (461 000).

Die Zahlen berücksichtigen nicht Faktoren wie die soziale Einbindung in Familien-Verbünde. Denn gerade Teilzeitbeschäftigte – wie zum Beispiel Mütter – sind häufig durch Einkünfte des Ehepartners abgesichert.  Das allerdings schafft wieder neue Abhängigkeiten. Die freiwillige zusätzliche Absicherung durch private und betriebliche Altersversorgungs-Systeme bietet geringe Anreize, da die Nullzins-Politik der EZB kaum Renditen zulässt und die Sparer zu wenig Geld in Aktien anlegen..

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