Bätsch! – Ein Kommentar von Kolumnistin Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Wenn ich also nun ein politisches „Bätsch“ aus Berlin höre, dann ist das die Bestätigung dafür, dass ich mit der Skizzierung des aktuellen Polit-Kindergartens voll ins Schwarze getroffen habe. Ätsch Bätsch hat seinen Ursprung nämlich in der Kindersprache und steht für einen äußerst kindischen Umgang miteinander und anders kann man das, was in Berlin gerade läuft, auch nicht bezeichnen. Erwachsen ist es sicher nicht.

Es hat auch nichts mehr zu tun mit Wählerinteressen oder Wählerstimmen. Es ist fern von Gut und Böse. Mein Entsetzen darüber könnte nicht größer sein. Anstatt sich mit den wichtigen Themen zu befassen, von denen wir die Bücher voll haben, suhlen sich die Politiker in Sondierungsgesprächen, die nicht nur ergebnisoffen, sondern vor allen Dingen sinnfrei sind. Kreative Wortschöpfungen jagen sich und offenbaren die totale Planlosigkeit. Wie Schiffe lassen sie sich übers offene Meer treiben und haben ihre Navigationsgeräte ausgeschaltet. Möchte meinen, dass sie auch schon den Kompass über Bord geworfen haben. Keiner weiß wohin im trüben Brei.

Kein Wunder, dass Menschen nichts mehr mit Politik oder Parteien zu tun haben möchten. Denn die, die angeblich Politik machen – uns regieren (!) – haben schließlich auch nichts mehr mit uns zu tun. Sonst hätten sie sich längst auf ihren Allerwertesten gesetzt und politisch vertretbare Ergebnisse geschaffen und zwar eine Regierungsfähigkeit, die der Gewichtung der Wahlergebnisse entspricht!

Erinnere: Der Grund warum Bürgerinnen und Bürger vor 10 Wochen zu den Urnen gegangen sind.

Nichts da!

Fast noch schlimmer finde ich den Umstand, dass sich keiner so richtig empört. Bürgerinnen und Bürger, die auf die Straße gehen und protestieren. Schilder hochhalten, auf denen in großen Lettern geschrieben steht, dass wir dieses sinnlose Gerangel mehr als satthaben. Nicht sondieren, sondern agieren. Plakate, mit den schönen Emojis, die abbilden, dass wir das – Entschuldigung – zum Kotzen finden. Kinder, man muss die Kirche bei aller Geduld im Dorf lassen.

Ich frage mich, wo ist denn da unsere tolle Presse, die Politikern mal die richtigen Fragen stellt. Wie sie dieses Treiben verantworten können und was das überhaupt noch mit „Politik machen“ gemein hat. Wie es sein kann, dass sie jegliche Bodenhaftung verloren haben und ihre Arbeit, für die sie sich großzügig entlohnen, ad absurdum führen. Wollten Sie uns nicht abholen ?!!! Guter Journalismus kann auf den Zahn fühlen, kann gerne auch mal zynisch oder sarkastisch gespickt sein – wo ist er in diesen Tagen?! Ich hätte da wirklich ein paar gute Fragen auf dem Zettel…

Fazit: Diese Politik hat mit uns Bürgern nichts zu tun. Das macht sprach- und ratlos.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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