Buch-Tipp 50Plus: Als Deutschland seine Seele retten wollte

Worüber man schwieg und schrieb.

Buch Als Deutschland seine Seel retten wollte

Im Oktober 1945 wurde die ›Süddeutsche Zeitung‹ gegründet. Die Ausgaben der frühen Jahre sind der Öffentlichkeit kaum mehr zugänglich. Sie erweisen sich als Fundgrube, denn sie spiegeln die Nachkriegszeit mit all ihren Facetten wider: von den Kriegsverbrecherprozessen über die Entnazifizierung und die Entstehung der zwei neuen deutschen Staaten bis hin zu den Nöten des Alltags, die sich sehr eindringlich aus den Inhalten der Inserate ablesen lassen. Aufschlussreich ist auch, was ausgeblendet und worüber wie berichtet wurde.

Eine einzigartige Quelle zur Zeitgeschichte

Die damaligen Protagonisten – Redakteure, Politiker, Künstler, Literaten – erhalten in ›Als Deutschland seine Seele retten wollte‹ durch eine Ausleuchtung ihrer Biografien ein Gesicht. Die Artikel der ›Süddeutschen Zeitung‹ sind eine einzigartige Quelle zur Zeitgeschichte und eröffnen zugleich einen Zugang zum Verständnis der jungen Bundesrepublik.

Ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland

Für die Zeitgenossen und auch die Journalisten war die Vergangenheitsbewältigung ein schwieriger Prozess, zumal es nicht nur insgesamt in der Gesellschaft, sondern auch in der SZ Menschen, Redakteure und Herausgeber, gab, die ihr Verhalten im »Dritten Reich« mit gutem Grund verschleiert hatten. Die von Knud von Harbou erstmals erschlossenen Artikel eröffnen einen faszinierenden Blick in die Zeitung und aus ihr heraus auf die Entwicklung der jungen Bundesrepublik. Im Oktober 2015 auf der von SZ und NDR ermittelten Liste der »besten Sachbücher des Monats«.

Details

  • Autor: Knud Harbou
  • Verlag: dtv
  • Seiten: 448
  • ISBN: 978-3-423-28055-6
  • Preis: 26,90 Euro

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