Bundesministerin Kristina Schröder: „Die Arbeitswelt muss familienfreundlicher werden“

Der demografische Wandel wird Deutschland in den kommenden Jahren verändern: Die Bevölkerung schrumpft, altert und wird vielfältiger. Leben derzeit fast 82 Millionen Menschen in Deutschland, werden es 2020 weniger als 80 Millionen sein; pro Jahr sterben dann rund 290.000 Menschen mehr, als geboren werden. Der Anteil der Älteren wird steigen, die Anzahl der über 75-Jährigen von neun Prozent in 2009 auf rund 12 Prozent bis 2020. Die Zahl der Pflegebedürftigen erhöht sich im selben Zeitraum um rund 500.000 auf etwa 2,9 Millionen. Gleichzeitig gibt es immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter, so dass der Bedarf an zusätzlichen Fachkräften in den nächsten Jahren auf 1,8 Millionen geschätzt wird.”Eine moderne Gesellschaftspolitik muss Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels geben”, erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder. “Wir müssen den Menschen die Chance geben, ihre persönlichen Vorstellungen vom Leben und von Familie zu verwirklichen. Auch die Wirtschaft ist gefordert: Die Arbeitswelt muss familienfreundlicher werden, damit unsere Gesellschaft familienfreundlicher wird. Mit einer solchen Demografiepolitik sind wir auch den bevorstehenden gesellschaftlichen Veränderungen gewachsen.”
Die Bundesregierung reagiert mit einer Reihe von Maßnahmen auf den demografischen Wandel. So hat sie jüngst das 1. Berliner Demografie Forum am 12. und 13. Januar organisiert, das dem Austausch von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und der Verankerung der Problematik im öffentlichen Bewusstsein dient.

Das Bundesfamilienministerium hat zum 1. Januar 2012 die Familienpflegezeit eingeführt, die die häusliche Pflege von Angehörigen erleichtert, ohne dass die Pflegenden ihren Beruf aufgeben oder bei der Rentenanwartschaft zurück stecken müssen. Die Initiative “Alter neu denken” vermittelt ein zeitgemäßes Altersbild, das auch auf die besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen älterer Beschäftigter aufmerksam macht und die Initiative “Wirtschaftsfaktor Alter” verweist auf den Zukunftsmarkt für Produkte und Dienstleistungen einer alternden Gesellschaft mit wachsendem Beschäftigungspotenzial.

Wie die Wirtschaft selbst auf den demografischen Wandel reagiert, verdeutlicht die vom Bundesfamilienministerium unterstützte, jetzt neu erschienene Broschüre “Die deutsche Wirtschaft und der demografische Wandel – Lebensphasenorientierte Personalpolitik”. In der vom “Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft – econsense” herausgegebenen Publikation legen zwölf Unternehmen ihre lebensphasenorientierte Personalpolitik dar.

„Unternehmen sind mehr denn je gefordert die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu fördern und zu nutzen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende von econsense, Dr. Wolfgang Große Entrup. „Es gilt aber auch die der zukünftigen Bewerber rechtzeitig zu erkennen und adäquat einzusetzen. Die Vielfalt unserer Gesellschaft: Vor allem hinsichtlich Alter, Geschlecht, Lebensformen und verschiedener ethnischer und sozialer Hintergründe sollten wir auch für die Arbeitswelt als unsere besondere Chance begreifen.“

Der Bundesverband Initiative 50Plus stützt die Thesen von Frau Bundesministerin Schröder und hat mit seiner “Initiative Arbeit 50Plus“ genau diese Herausforderungen aufgegriffen. Insbesondere wendet sich der Bundesverband Initiative 50Plus an kleine und mittlere Unternehmen, da diese besonders von dem durch die Demografie ausgelösten Fachkräfte-Mangel betroffen sind. Zudem hat der Bundesverband zusammen mit der Akademie 50Plus ein Übergangs-Management einwickelt, das den Lebensphasen-Wechsel von der Erwerbs- in die Nacherwerbspahes pro-aktiv gestalten soll.

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