Bundesverband Initiative 50Plus: Nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung verfolgt falsche Ziele

Der Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) sieht in der neu-verkündeten nationalen Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung nichts wirklich Neues. Die Interessenvertretung der Generation 50Plus fordert vom Staat und den Unternehmen mehr Engagement bei der Fortbildung älterer Beschäftigter.

Bundesbildungsministerin Karliczek plant, das Aufstiegs-BAföG zu erhöhen. Bundesarbeitsminister Heil will, dass jedermann grundsätzlich den Anspruch bekommt, einen Berufsabschluss nachzuholen. Beide stellten die erste Nationale Weiterbildungsstrategie vor.

Bundesministerin Anja Karliczek und Bundesminister Hubertus Heil stellen gemeinsam die Nationale Weiterbildungsstrategie vor. © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Damit sich noch mehr Berufstätige zu Technikern, Handwerks- oder Industriemeistern fortbilden, will Bundesbildungsministerin Anja Karliczek das Aufstiegs-BAföG „substanziell erhöhen“. Weiterbildung soll ein selbstverständlicher Teil des Arbeitsalltags werden.

Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit haben die Nationale Weiterbildungsstrategie gemeinsam beschlossen. „Wenn wir die Chancen des digitalen Wandels nutzen wollen, muss Deutschland mehr in Qualifizierung und Weiterbildung investieren“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Es gehe darum, Arbeitnehmer auch beschäftigungsfähig zu halten, Arbeitslosigkeit zu verhindern und die Fachkräftebasis zu sichern.

Anspruch auf Berufsabschluss

Zu den verabredeten konkreten Maßnahmen gehöre, einen grundsätzlichen Anspruch auf das Nachholen eines Berufsabschlusses zu schaffen, so Heil. Denn bisher profitieren noch zu wenige Geringqualifizierte von den Fördermöglichkeiten.

Zudem sollen die Angebote der Bundesagentur für Arbeit für alle leichter zugänglich und erweitert werden. Besonders unterstützt werden sollen Menschen, die bisher nur wenig an Weiterbildungen teilnehmen. Für kleine und mittlere Unternehmen ohne große Personalabteilungen sollen außerdem Weiterbildungskonzepte entwickelt werden.

Bundesverband Initiative 50Plus kritisiert falsche „Zielgruppe“ der geplanten Massnahmen

„Eltern, Schule und Gesellschaft begehen einen riesigen Fehler, wenn sie nicht alles tun, um junge Menschen zu einem Schulabschluss und zu einer vernünftigen Ausbildung zu bringen. Die nationale Weiterbildungsstrategie der Bundesregierung adressiert mit ihren Massnahmen daher die falsche „Zielgruppe“. Die Ansätze für schulische Bildung und Ausbildung sind nicht die Weiterbildung sondern die Ausbildung. Weiterbildung in einer Zeit der Digitalisierung betrifft vor allem schon Beschäftigte und hier insbesondere ältere Beschäftigte. Deren gute und erprobte Ausbildung und Berufserfahrung gilt es zu nutzen und auszubauen. Und genau in diesem Bereich haben der Staat sowohl als Arbeitgeber als auch als Förderer und die Unternehmen noch ein riesiges Nachhol-Potential!“ sagt Uwe-Matthias Müller vom Bundesverband Initiatiuve 50Plus.

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