Merkel will mehr Unterstützung für ehrenamtliches Engagement

Merkel will mehr Unterstützung für ehrenamtliches Engagement 

Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt sich für Anlaufstellen und Internetplattformen zur Förderung von ehrenamtlichem Engagement ein. Die Bundesregierung habe die steuer- und versicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen verbessert, aber “das A und O” sei: “Weiß ich, wenn ich mich ehrenamtlich engagieren will, wo ich in meiner Kommune hin muss?”, sagt Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Sie werde weiter daran arbeiten, “das noch zu verbessern”.

Die Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte liege ihr am Herzen, “weil das ein ganz wichtiges Engagement für unsere Gesellschaft ist”, erklärt die Bundeskanzlerin. Am kommenden Dienstag (3.6.) zeichnet sie die Preisträger des “startsocial„-Wettbewerbs 2013/14 aus, der unter ihrer Schirmherrschaft steht.

Unter dem Motto “Hilfe für Helfer” unterstützt “startsocial” regelmäßig 100 soziale Initiativen durch dreimonatige Beratungsstipendien. Merkel spricht von einer “ganz besonderen Initiative”, weil hier Leute, die von Wirtschaft Ahnung hätten, Ehrenamtlern “ein Stück professionelle Betrachtung” beibrächten – etwa zum effizienten Arbeiten oder zum Umgang mit Spendengeldern.

Die Bundeskanzlerin ist davon überzeugt, “dass das Leben sehr viel mehr Spaß macht, wenn man sich nicht nur einseitig in Richtung der Ökonomie ausrichtet”. Das Ehrenamt bereichere, drücke aber auch etwas aus: Frei zu sein, heiße nicht, nichts tun zu müssen, sondern sich für etwas zu entscheiden zu können. “Deshalb bin ich auch immer wieder fasziniert, dass Menschen sich so unterschiedlich entscheiden, wo sie sich engagieren, wie sie sich engagieren.” Dadurch, dass sehr, sehr viele Menschen ehrenamtlich tätig seien, sei Deutschland ein sehr reiches Land.

Ausdrücklich bekennt sich die Bundeskanzlerin zum Subsidiaritätsprinzip: Gebe es freiwillige Träger, sei der Staat aufgefordert, ihnen “die Chance zu geben und es nicht selber zu machen”. Dazu könne dann auch ehrenamtliches Engagement gehören. Aber das Ehrenamt dürfe “keine Sparbüchse sein”. Wo es eine Pflicht des Staates gebe, sich zu kümmern, müsse man natürlich aufpassen, dass staatliche Strukturen vorhanden seien.

Auf die Frage, warum ehrenamtliches Engagement in den neuen Ländern schwächer ausgeprägt sei als in den alten, antwortet Merkel: In der DDR sei sehr, sehr vieles staatlich gelenkt und vorgegeben gewesen, und damit sei “auch ein Stück Eigeninitiative auf der Strecke geblieben”. Es habe – etwa in den Kirchen – durchaus ehrenamtliches Engagement gegeben, aber sobald eine größere Bewegung daraus geworden sei, habe der Staat sofort versucht, die Kontrolle wiederzuerlangen. 

Deshalb sei es anfangs nicht so einfach gewesen, freiheitliches Denken zu verankern, wie sie als Jugendministerin von 1990 bis 1994 beim Aufbau der freien Jugendhilfe erfahren habe. “Diese Spuren zeichnen sich immer noch etwas ab”, sagt Merkel. Trotzdem sei das ehrenamtliche Engagement in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. “Und wir sollten weiter daran arbeiten, dass es vorangeht.”

Bild: Chaperon

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