Demografie: Berlin wächst – und ist dennoch nur eine kleine Mega-City

Die EU-Kommision weiß es genau: Immer mehr Menschen leben in sehr großen Städten. 470 Mega-Citys gibt es weltweit aktuell, Tendenz steigend. Mega-Citys sind Städte mit mehr als 1 Million Einwohner. Insofern ist auch die deutsche Hauptstadt eine Mega-City. In das Top-Ranking reicht es für Berlin allerdings nicht. 

In Tokio leben mehr als 33 Mio Menschen

Laut einer neuen Datenbank haben nämlich nur 32 Mega-Citys sogar mehr als zehn Millionen Einwohner, davon drei in Europa.

Zu den größten Mega-Citys gehören das chinesische Guangzhou mit 46 (!) Millionen Einwohnern, Kairo (37 Mio) und Jakarta (36 Mio). Moskau (14,5), Paris (10,2) und London (9,7 Mio) folgen auf den Plätzen.

Aus den Forschungs-Ergebnissen geht hervor, dass die urbanen Gebiete im globalen Schnitt in den vergangenen Jahren stärker gewachsen sind als bisher angenommen. So habe sich zwischen 1990 und 2015 die Bevölkerung von Stadtregionen in Afrika verdoppelt, in Asien sei sie um 1,1 Milliarden Menschen gestiegen. Für die Untersuchungen wurden 12,4 Billiarden Satellitenaufnahmen ausgewertet und mit Ergebnissen anderer Forschungen bzw. Volkszählungen seit 1975 abgeglichen.

Die EU-Wissenschaftler haben die von ihnen erstellte Datenbank „Global Human Settlement Layer“ (GHSL) genannt. GHSL ist öffentlich zugänglich und enthält Daten zu 10.000 Stadtregionen weltweit. Nach Angaben der GFS ist es damit die größte und umfassendste Datenbank über Städte, die je veröffentlicht wurde.

Berlin wächst

Berlin Hauptbahnhof – der größte Turmbahnhof Europas

Ende 2017 lebten 3,712 Millionen Menschen in Berlin, ein Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Ende des 2. Weltkriegs lebten nicht mehr so viele Einohner in der deutschen Hauptstadt.

Die größte deutsche Stadt profitiert dabei vor allem vom Zuzug in die Hauptstadt. So zogen 41.308 Menschen mehr nach Berlin als von dort weg. Besonders groß war der Zuwachs bei Ausländern. So wohnten zum Ende 2017 34.541 Menschen mehr ohne deutsche Staatsbürgerschaft in Berlin als noch ein Jahr zuvor. Die deutsche Bevölkerung wuchs im gleichen Zeitraum nur um 6767 Personen.

Stadtweit ist der Anteil der deutschen Bevölkerung damit weiter gesunken. Auf die 12 Stadt-Bezirke wirkt sich dies jedoch ganz unterschiedlich aus. Im Bezirk Mitte ist inzwischen jeder dritte Bewohner Ausländer. In Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf je etwa ein Viertel der Einwohner. In Treptow-Köpenick (91,5 Prozent) und Marzahn-Hellersdorf (90,2 Prozent) hingegen leben vor allem Deutsche.

Manche Bezirke in Berlin sind größer als bekannte deutsche Groß-Städte. Als erster der zwölf Berliner Bezirke hat Pankow nun mehr als 400.000 Einwohner, nämlich 402.289. Als Stadt wäre Pankow damit auf Platz 16 der größten deutschen Städte zwischen Duisburg (499.000) und Bochum (364.000). Mitte ist mit 377.965 der Bezirk mit den zweitmeisten Einwohnern. An dritter Stelle folgt Steglitz-Zehlendorf. Dort leben 348.739 Berlin (Wuppertal 352.000).

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