Demografie: Brandenburg entwickelt sich sehr ungleichmäßig

Gemeinsam mit dem Landesamt für Bauen und Verkehr Brandenburg hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die letzte Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2015 aktualisiert. In der neu vorliegenden Vorausberechnung sind die jüngeren Entwicklungen insbesondere im Kontext von Fluchtmigration berücksichtigt. Das Ergebnis: die demografische Bevölkerungs-Entwicklung in Brandenburg wird total unterschiedlich verlaufen.

Schön und einsam – Neuhardenberg in Brandenburg

Die Ergebnisse der Vorausberechnung reichen bis zum Jahr 2030. Es wurden mehrere Varianten der Bevölkerungsentwicklung berechnet. Neben der Hauptvariante (mittlere Variante) wurde eine Variante mit erhöhter Zuwanderung (obere Variante) und eine Variante mit niedrigerer Zuwanderung (untere Variante) berechnet. Regionale Ebene sind die kreisfreien Städte und die Landkreise des Landes Brandenburg. Ergebnisse für die Ämter und amtsfreien Gemeinden des Landes Brandenburg wurden in der mittleren Variante berechnet und werden vom Landesamt für Bauen und Verkehr als Bevölkerungsvorausschätzung veröffentlicht.

Eine Vorausberechnung der Entwicklung der Bevölkerungszahl beruht auf Annahmen, wie sich die Fruchtbarkeit, die Sterblichkeit und die Wanderungsbewegungen künftig entwickeln könnten. Es handelt sich bei der Vorausberechnung nicht um eine Vorhersage, sondern um eine Veranschaulichung des zeitlichen Verlaufs der Bevölkerungsentwicklung und der räumlichen Verteilung, wenn die zuvor bestimmten Einflussfaktoren den angenommenen Entwicklungsverlauf nehmen. Ziel ist also die Fortschreibung demografischer Strukturen auf fundierter statistischer Basis
und nicht eine visionäre Einschätzung der Zukunftsverläufe.

Bei der mittleren Variante der Vorausberechnung wird die Bevölkerungszahl im Land Brandenburg bis zum Jahr 2030 gegenüber 2016 um knapp 44 000 Personen (–1,7 Prozent) zurückgehen und einen Stand von 2,45 Millionen Einwohnern erreichen. Dabei entwickeln sich das Berliner Umland und der Weitere Metropolenraum demografisch unterschiedlich: Während die Einwohnerzahl im Berliner Umland bis 2030 um voraussichtlich 8,7 Prozent wachsen wird, sinkt sie im Weiteren Metropolenraum um 8,3 Prozent.

Insbesondere das Wanderungsverhalten der Menschen ist nur schwer einschätzbar. Die Abschätzung der künftigen Dynamik der internationalen Migration stellt den größten Unsicherheitsfaktor bei der Annahmefindung und Ergebnisausweisung der Bevölkerungsvorausberechnung dar. Aber auch der künftige Verlauf der wieder erstarkten Suburbanisierung Berlins ist mit großer Unsicherheit behaftet.

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