Demografie und Rente: Längere Lebensarbeitszeit notwendig

Auf einer Tagung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) beleuchtete Professor Lars P. Feld, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die Frage, wie demografiefest unser Rentensystem ist. Feld vertritt die Auffassung, dass ohne eine weitere Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters nach 2030 das Umlagesystem der gesetzlichen Rente wegen der demografischen Entwicklung langfristig nicht zu stabilisieren ist. Und dennoch wird sich ein spürbarer Beitragsanstieg nicht vermeiden lassen. Allerdings will Feld radikale und überstürzte Reformen vermeiden. So schlägt er vor, den Zugewinn an Lebenszeit im Verhältnis von 2:1 auf die Erwerbszeit und Rentenzeit aufzuteilen. Steigt die Lebenserwartung etwa um drei Monate, verschiebt sich der Renteneintritt um zwei Monate.

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Professor Lars P. Feld tritt für eine Vereinheitlichung der Bemessungsgrundlagen der Rente in Ost und West ein

Zudem will Professor Feld das unterschiedliche Rentenrecht in den alten und neuen Bundesländern kosten- und verteilungsneutral vereinheitlichen. So erwerben ostdeutsche Rentenversicherte 25 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer bei gleichem Verdienst um 8,5 Prozent höhere Rentenansprüche und sind damit besser gestellt als ihre Kollegen im Westen.

Auf der anschliessenden Podiums-Diskussion unterstrich Asoka Wöhrmann, Vorstand der Deutschen Bank, die dringende Notwendigkeit angesichts sinkender Rentenniveau-Werte, die private Vorsorge zu stärken.

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Teilnehmer der Podiumsdiskussion des DIA-Forums Die Rente der Zukunft: Prof. Dr. Lars P. Feld, Asoka Wöhrmann, Oswald Metzger, Prof. Dieter Weirich, Anja Karliczek (MdB CDU), Wolfgang Gründiger (von Links)

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