Deutsche sind Sparer, keine Investoren

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland dürfte im abgelaufenen Jahr um 1,9 Prozent auf 6,2 Billionen Euro gewachsen sein. 2017 lag die Wachstumsrate noch bei 5,4 Prozent, 2018 hat sich der Vermögensaufbau somit stark verlangsamt. Das Wachstum entstand durch eine verbesserte Sparquote, nicht durch Zinsen oder Erträge im Aktienmarkt. Darauf weist die DZ-Bank in einer aktuellen Studie hin.

2018: Die Inflation steigt schneller als die Zinsen

Im Gesamtjahr 2018 dürfte die Sparquote um 0,3 Prozentpunkte auf nun 10,2 Prozent gestiegen sein. Das ist das fünfte Jahr in Folge, in dem die Bürger einen wachsenden Teil ihres verfügbaren Einkommens sparen. Allerdings werden in Deutschland nur gut 6 Prozent des Geldvermögens direkt in Aktien investiert. Gund hierfür ist die Risikoscheu der Deutschen, die – anders als ihre europäischen Nachbarn – so viele Rendite-Chancen verpassen. Auch festverzinsliche Wertpapiere wurden gemieden, da sie aufgrund der Null-Zins-Politik der EZB eine nur sehr geringe Rendite bieten. Die Folge ist eine wachsende Unsicherheit über die die richtige Geldanlage. So wird Geld zunehmend auf nichtverzinslichen Spar- und Festgeld-Konten „geparkt“. Das Volumen hat bereits ein Viertel des gesamten Geldvermögens erreicht.

Der DAX um 18% und andere wichtige Aktienindizes gingen 2018 spürbar zurück. Trotz des schon niedrigen Aktienanteils am Geldvermögen hatten die rund 10 Millionen deutschen Aktien- und Aktienfonds-Anleger doch noch Bewertungsverluste des Geldvermögens von rund 110 Mrd. Euro.  Eine 6 Jahre währende „Börsen-Rallye“, die zu immer neuen Wertzuwächsen führte, hat sich 2018 nicht fortgesetzt.

Wenig Freude machten auch Zins-Anlagen. Die durchschnittliche Umlaufsrendite festverzinslicher Wertpapiere lag 2018 mit 0,44 Prozent kaum über dem Niveau vom Vorjahr. Bei Spareinlagen mit bis zu dreimonatiger Kündigungsfrist sank die Durchschnittsverzinsung im letzten Jahr auf 0,16 Prozent. Ältere, noch höherverzinsliche Anlagen, wie zum Beispiel Lebensversicherungen, laufen langsam aus. So sank der durchschnittliche Nominalzins zinstragender Geldvermögensbestandteile nach Steuern und Verwaltungsaufwand auf 0,8 Prozent.

Gleichzeitig stieg die Geldentwertung durch Inflation auf 1,9 %. Die Zinserträge lagen somit unter der Inflationsrate. Daher entstand ein negativer Realzins von -1,0 % (2017: -0,8%). Der so entstandene Kaufkraftverlust des Geldvermögens beträgt 46 Mrd. Euro.

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