Die Älteren haben Geld wie Heu. – Ein Kommentar von Helmut Muthers (Babyboomer) in BZ-Nachrichten.

Die älteren Generationen sind die einzigen wachsenden Bevölkerungsgruppen. Hinzu kommt aber auch, dass sie im statistischen Durchschnitt die reichsten Bevölkerungsgruppen sind. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es viele Menschen gibt, die mit ihrem Einkommen und/oder Vermögen weit unterhalb dieses Durchschnitts liegen. Die überwiegende Mehrheit der älteren Semester bestimmt allerdings mit ihrem Geld- und Konsumverhalten das Überleben der weitaus meisten Unternehmen in fast allen Branchen. Schauen Sie sich die Fakten an:

  • Das Netto-Geldvermögen der Menschen über 50 betrug schon 2009 insgesamt drei Billionen Euro (BBE Retail Experts GmbH, München, 2009).
  • Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung aus dem Jahr 2011 liegt das frei verfügbare Einkommen der Zielgruppe 50Plus bei rund 60 Milliarden Euro im Monat. Das sind 720 Milliarden Euro an Kaufkraft im Jahr.
  • Jeder zweite Euro, der privat ausgegeben wird, stammt aus dem Portemonnaie der über 50-Jährigen (Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“, BMFSFJ, Berlin, 04/2010).
  • Sie besitzen 60 Prozent des Vermögens aller Haushalte und konsumieren mehr als die verschiedenen Altersgruppen der ersten Lebenshälfte.
  • Über 50-jährige Kunden besitzen bis zu 85 Prozent des gesamten Kunden-Finanzvermögens bei Banken und Sparkassen. Oft gehören den über 70-jährigen Kunden bis zu 50 Prozent dieses Vermögens (eigene Auswertungen des Muthers Instituts).
  • Jeden Tag werden in Deutschland 225 Millionen Euro aus fälligen Lebensversicherungen ausgezahlt, das sind gut 82 Milliarden Euro pro Jahr (2015). 82 Prozent der Empfänger sind 60 Jahre und älter (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft GdV, Berlin, 2016). 1990 waren es insgesamt 17,9 Milliarden Euro.
  • Im Jahr 2016 wurden in Deutschland jeden Tag rund 780 Millionen Euro vererbt, das sind 285 Milliarden Euro für das Gesamtjahr, Tendenz steigend. Das Durchschnittsalter der Erben liegt bei 55 Jahren (Statistisches Bundesamt). Die Größe der Erbschaften beträgt in 52 Prozent der Fälle zwischen 50.000 und 250.000 Euro, nur in 0,2 Prozent der Fälle mehr als 250.000 Euro (Deutsches Institut für Altersvorsorge).

Allein diese wenigen Zahlen, Daten und Fakten sollten doch für die Verantwortlichen in den Unternehmen schon ausreichen, um ihren strategischen Fokus zunehmend auf die älteren Kundengruppen zu richten. Das wird auch im Internet bei www.seniorenfreundlich.de so gesehen. Dort bringt man die Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass das insbesondere bei den Banken nicht so ist:

„Da sie über gute Vermögensverhältnisse verfügen, sollte man annehmen, dass alle Banken um die Klientel 50Plus heftig buhlen. Aber weit gefehlt, wer einmal in Rente ist, gehört meist schon nicht mehr zu den kreditwürdigen Kunden! Für viele Banken ist man dann schon fast gestorben. Welche Ignoranz des modernen Lebens, ja sogar Schande für unsere Gesellschaft!“

Autor Helmut Muthers

Seit mehr als 17 Jahren fokussiert sich Helmut Muthers auf die Chancen der gesellschaftlichen Alterung und den Unternehmenserfolg bei älteren Kunden und Mitarbeitern. Er gehört zur älteren Generation und kennt die Folgen der demografischen Veränderungen aus exakt dieser Perspektive.

Mit mehr als 1.600 Auftritten gehört Helmut Muthers zu den gefragtesten Rednern mit Themen wie „Sie brauchen keine neuen Kunden. Nehmen Sie die Alten.“ und „Die Mitarbeiter werden grau! Na und? Abschied vom Jugendwahn in der Personalpolitik.“

Helmut Muthers ist Betriebswirt, war Bankvorstand und Sanierer mittelständischer Banken. 1994 gründete er das MUTHERS INSTITUT für Strategisches Chancen-Management. Er ist Landes-Geschäftsführer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V. und Expert-Member des Club 55 (europäische Gemeinschaft von Marketing- und Verkaufsexperten).

Helmut Muthers ist Autor, Mitautor und Herausgeber von 24 Fach- und Hörbüchern, unter anderem „Ab 50 ist man alt… genug, um zu wissen, was man kann und will“, „30 Minuten Marketing 50+“, „Wettlauf um die Alten“.

Er ist Herausgeber des renommierten Coaching-Briefes „Monatliche Praxistipps für die Finanzwirtschaft“ (www.monatlichepraxistipps.com).

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