Die (sichere) Rente bis 2025 hat an alle gedacht. – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

Juhuu verkündet die „Große“ Koalition, wir haben ein tolles Rentenpaket geschnürt. Im Tweetformat könnte das wie folgt aussehen:

Koalition hat sich auf Rentenpaket bis 2025 geeinigt! Das Rentenniveau bleibt bei 48% des Durchschnittsverdienstes, der Beitragssatz bei max. 20%. Mütterrenten steigen, Geringverdiener und Empfänger von Erwerbsminderungsrenten bekommen auch mehr. Die Arbeitslosenversicherung wird günstiger.

284 fröhliche Zeichen, die Heilung versprechen. Heilung der massiv schlechten Stimmung in unserem Land, der Protestler und Nörgler, dass unsere Volksparteien nichts mehr auf die Reihe bekommen. So, es ist geschafft – endlich gute Nachrichten für die Nation. Und mehr noch: man hat an die armen Mütter und die Randgruppen gedacht; Politik ist jetzt auch für Benachteiligte da. Wie schön!

So ein bisschen erinnert mich das an die Willkommenspolitik, die Arme weit aufgerissen – lasset euch bei uns nieder; wir schaffen das!

Nun schaffen wir also auch stabile Renten und eine ganze Menge mehr – jedenfalls bis 2025. Dass die zur Verbesserung gedeuteten Beschlüsse bei genauerer Betrachtung durch höhere Sozialbeiträge einen Nettoverlust bedeuten können, darf sich jeder selbst ausrechnen, wenn er denn mag. Die meisten mögen es nicht, weil man spätestens nach 3 Anläufen einer näherungsweisen prognostizierten Berechnung seiner eigenen möglichen gesetzlichen Rente – unter Berücksichtigung der Renteninformationsschreiben, Anrechnungszeiten, Eckwerten und was es sonst noch so gibt – den ganzen Bündel genervt in die Tonne tritt und sich denkt: mir doch egal, wird schon irgendwie reichen.

Mir und meinem Mann geht es jedenfalls so. Irgendwann verliert man die Lust und den Glauben an eine „ausreichende“ gesetzliche Rentenversicherung sofern man davon träumt, im Rentenalter ohne Einschränkungen weiterzuleben.

Wir aus der Babyboomer-Generation sind dabei, unseren Kindern einen ungeahnt großen Haufen Mist zu überlassen; Renten- und Demografiekosten sind ein Teil davon. Schon lange trage ich dafür ein überaus schlechtes Gewissen mit mir herum. Für die sichere Erkenntnis, dass der Generationenvertrag allerspätestens platzt, wenn ich theoretisch in Rente gehe, brauchte es auch vor 20 Jahren nur einen Bierdeckel. Und in all der schönen Zeit hat es Politik nicht geschafft, den Mist aus dem Stall zu bringen, nein, er wurde gedreht, verdichtet und von einer Ecke zur anderen geschoben. 2025 guckt er dann vermutlich zur Stalltür heraus. Ein Bild von 2030 kann sich jeder selbst malen.

Übereinkommen gibt es sicher heute bereits an folgendem Punkt: ALTERSARMUT ist mit und ohne Rentenpaket keine Fiktion. Ziemlich versteckt publiziert die Deutsche Rentenversicherung nämlich Zahlen vom 31.12.2016 über die deutsche Durchschnittsrente. Diese ist nicht zu verwechseln mit der aktuell immer wieder zitierten Standardrente, die vom Durchschnittsverdienst nach 45 Beitragsjahren ausgeht und in der schönen Theorie deutlich vielversprechender „aussieht“.

Die tatsächlichen Rentenzahlbeträge in den Tabellen von Seite 34-37 (von insgesamt 92 Seiten):

Die genannten Renten verstehen sich übrigens brutto, also abzgl. Steuern, Kranken- und Pflegeversicherung. Quelle: http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/238692/publicationFile/61815/01_rv_in_zahlen_2013.pdf

Genau das ist heute Realität. Noch Fragen?!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im BZ-NachrichtenTV:

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