Ein stiller Sonntag. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Frankfurt 09.10.2016 Casting zur Miss 50 Plus Germany in der Kosmetikschule SchŠfer in Frankfurt. Diese Ladies wolle Miss Germany werden: Renate Zott Foto: Vincenzo Mancuso

Still werden wir, wenn es um den Tod geht. Ich befürchte, es ist ein heikles Thema. Und dennoch kommt am Ende keiner von uns daran vorbei.

Übergroß die Freude, wenn es kommt, tiefe Trauer, Schmerz und Leid, wenn es geht. Es ist ein Gesetz der Natur, dem keiner entrinnen kann. Das Leben als ewiger Kreis, zu dem das Kommen so gehört wie das Gehen. Das Gehen ist oft schrecklich und ungerecht, reißt es Menschen doch manchmal mitten aus dem Leben. Mitten aus der Schaffenskraft, mitten aus Aufgaben, die noch zu erledigen gewesen wären. Andere können es kaum erwarten, wenn unheilbar schwere Krankheiten das Leben unerträglich machen. Grenzen des Irdischen.

Im hier und jetzt bin ich sehr dafür nichts aufzuheben, nichts auf den Ruhestand zu verschieben, weil keiner weiß, wie ruhig der Ruhestand ausfällt – wann und ob er überhaupt kommt und ob wir ihn zum Zeitpunkt X tatsächlich anstreben. Möglicherweise ohne irdische Freuden, oder nur sehr eingeschränkt oder auf „Empfindungsebenen“, die unserer normalen Vorstellungskraft entrückt sind. Niemand kann das wissen oder vorhersagen. Eins der unergründlichen Felder, auch wenn wir das noch so wollen. So wie wir nicht wissen, was danach geschieht. Ob unsere Seelen wiedererwachen und sich eine neue irdische Heimat suchen oder für immer einfach verschwinden. Zerfallen und sich in Nichts auflösen, so wie der Leib.

Heute ist ein Tag zum Innehalten. Zum Gedenken. Die Erinnerungen wachzurufen, die uns in Gedanken wieder und wieder zusammenführen. Erinnerung an die Einzigartigkeit des Da-Seins und des miteinander Erlebten. Unlöschbares von dem was war.

Vielleicht auch Aufforderung, die ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Weggehen zu suchen, das nicht aufzuhalten ist. Schließlich nähern wir uns diesem Zeitpunkt unausweichlich jeden Tag ein bisschen mehr. Moment für Moment.

Nächte habe ich damit verbracht zu überlegen, was es Gutes gibt am Tod, wie man sich vorbereiten kann, wenn die Zeit gekommen ist. Und ob es möglicherweise natürliche Wege geben könnte, auf das Wie Einfluss zu nehmen, sich also das Weggehen ein bisschen schön zu gestalten. Am liebsten zu Bett gehen, einschlafen und die nächtliche Ruhe nutzen, um die Welten zu wechseln. Ich habe keine Antwort.

Außer das Leben mit gutem Gewissen zu leben. Immer weitestgehend einig zu sein mit sich und der Welt. Sein Handeln und Dasein so zu gestalten, dass man jederzeit im Guten mit sich und seinen Wegbegleitern gehen kann. Das ist mir wichtig. Zu Lebzeiten einen Nachruf zu gestalten der einmal positiv hallt und einen Rückblick zulässt, der Gutes zurücklässt.

Vielleicht ist der heutige Tag auch ein guter Moment in sich zu gehen, die Gedanken auf sich selbst zu lenken. Sich zu fragen, „wie zufrieden bin ich mit meinem Leben im innen und außen? Kann ich ja dazu sagen oder was braucht es, damit ich „ja“ sagen kann? Gibt es Dinge, dich ich ändern muss?“ Mit sich einig sein, Zufriedenheit empfinden, ist eine der Grundlagen für ein Leben in innerer Ruhe und im Gleichgewicht. Auch Basis für ein friedfertiges, zugewandtes, menschliches Miteinander, von dem wir eine Menge mehr brauchen könnten. In Zeiten wie diesen.

Für ein Leben und die Ruhe in Frieden.

Ihnen allen einen stillen Sonntag.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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