Fastenzeit. – Ein Kommentar von Renate Zott in BESTZEIT-PLUS

Christlich kalendarisch fasten wir jetzt. Da werden die Ungläubigen gläubig, vergessen die Bibelstunde und kämpfen gegen den Winterspeck. Die Bibel – oder besser noch eine App – ist jetzt das Diätenbuch und ich bin gespannt, welche in diesem Frühjahr das große Rennen macht. Schließlich gibt es dafür mittlerweile auch Tests und dementsprechend Testsieger. Kurz: DER Diät-Trick No. 1 für alle. Von der neuesten Schlankheitspille über Shakes, Hormonpräparate und Bluttests bis zum kompletten Ernährungsprogramm bietet unsere aufgeblähte Schlankheitsindustrie alles, was verspricht schlank zu machen. Hauptsache wir glauben daran.

Kulinarischer Genuss in Maßen

Während Low-Carb (Kohlenhydratminimierung) 2017 sein großes Revival feierte, steht der Diäten Trend 2018 ganz im Zeichen des Darms. Das hört sich im ersten Moment vielleicht ein bisschen eklig an, aber es ist durchaus keine neue Erkenntnis, dass eine gesunde Darmflora einen entscheidenden Einfluss auf unsere Stimmung und unser Hautbild nimmt. Wenn es mit der Verdauung nicht klappt, fühlt man sich mies. So einfach ist das.

Neu verpackt und inszeniert steht die Sache mit dem gesunden Darm vor dem Durchbruch. Juchhu jetzt purzeln die Pfunde dank der neuen Fodmap-Diät. Die Autokorrektur reklamiert, aber es fehlt kein O, sondern es ist ein künstlicher Begriff der für Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und (And) Polyole steht. Wer wissen möchte, was sich dahinter verbirgt, bekommt im Internet reichlich Input, nur so viel dazu: Ursprünglich wurde diese Ernährungsform für Menschen mit Reizdarm und anderen Verdauungsproblemen entwickelt. Als neue Diät massentauglich aufbereitet und mit Ratgebern, Rezeptbuch und DVD ausgestattet, könnte sie 2018 den Diäten-Siegeszug machen.

Topagemodel und 50Plus-Botschafterin Renate Zott: Ein bisschen Sport muss sein

Andere Propheten propagieren den Sport. Echte Bodyweight-Päpste haben dafür eine Vielzahl von Rezepten parat. Fatburning durch muskuläres Ausdauertraining, Pyramiden-Workout oder intensive Intervalltrainings versprechen, den Kilos davon zu springen. Die Kilo-Killer-Trainings fressen die blöden Kalorien nur so weg und machen uns (Mädels) Bikini-Ready. Die Gläubigen melden sich zahlreich in den Sportpalästen an und trainieren fleißig – vorerst. Ähnlich wie der Jo-Jo Effekt bei den Diäten fängt der Schweinehund dann in schöner Regelmäßigkeit zu Hause laut an zu bellen und zerrt für gewöhnlich irgendwann so an den Hosenbeinen, dass sie nach einigen Ausreißversuchen doch wieder auf dem Sofa landen. Was bleibt ist der Monatsbeitrag für die Muckibude und die Kilos – immerhin.

Dabei wird der Kiloverlust durch Sport grundsätzlich weit überschätzt und ich sage auch warum:

30 Minuten Laufband bringen bei leichtem Laufen einen Kalorienverbrauch von etwa 150 Kalorien.

Großartiges Ergebnis auf dem Teller: eine Scheibe Toastbrot mit einer Scheibe Kochschinken – ohne Butter versteht sich! Für ein gut belegtes, leckeres Körnerbrötchen bist du also schwer am Ackern, auch wenn du schneller läufst.

Aber für was das eigentlich alles? Um dem Schlankheitsideal des Jugendwahns zu folgen oder die Altersstatistiken weiter nach oben zu treiben? Mir ist beides ziemlich ‚wurscht‘. Ich lebe in der Überzeugung, dass es um Wohlfühlen geht. Sich in und mit seinem Körper wohl und gut fühlen. Gesund sein. Dabei ist auch klar, dass der Mensch nicht für’s Rumliegen, sondern biologisch betrachtet für Bewegung konzipiert ist. Hat man das verstanden ist klar, dass man dem Körper in ausgewogenem Maß gesunde Nahrung und Bewegung anbietet. Wer rastet der rostet eben. Und weil ich weder rosten noch Moos ansetzen (a rolling stone gathers no moss) will, treibe ich regelmäßig Sport. Das hält die Knochen fit und macht den Kopf frei. Beim Essen achte ich vor allem auf die Mengen und halte viel von den Stunden, in denen man einfach nichts isst.

Verdauungspausen könnte man auch dazu sagen. Ich möchte das nun gar nicht hochtrabend Intervallessen (Stichwort: 16/8 das ist gerade groß im Kommen) nennen, denn ich habe nie damit abgenommen, sondern mein Gewicht mit dieser Strategie einfach nur gehalten. Das geht durchaus, denn der Körper gewöhnt sich an Mengen – auch an kleine 😊. Man lese und staune: Wohlfühlgewicht ohne Kalorien zählen, Muskeln stählen oder sich mit sinnfreien Diäten martern.

Denn es geht doch – losgelöst vom Alter – vor allem um eins: die Gesundheit. Und die ist mir wirklich wichtig.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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