Greta und der Klimaschutz. – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

Greta ist mutig, soviel steht fest.

Bevor sie zum Gesicht einer globalen Klimabewegung wurde, hat sie sich alleine auf die Straße vor dem schwedischen Reichstag gesetzt und ein Schild hochgehalten auf dem stand: „Schulstreik für das Klima!“ Noch dazu während der Schulzeit. Wer traut sich das? Da braucht es Mut und innere Überzeugung. Eine Reife, die man einer (jetzt) 16Jährigen nicht automatisch zuspricht. Dass sie es zutiefst ernst und ehrlich meint, es ihr um die Sache geht, nehme ich ihr zweifelsfrei ab. Denn es geht ihr um nicht weniger als die Zukunft unserer Erde, von der es keine Zweite gibt. Recht hat sie inhaltlich allemal und sie sagt ohne Schnörkel, was viele denken.

Es ist Zeit, zu handeln!

Ein Mädchen wie Greta ruft viele auf den Plan. Pro und Contra. Befürworter und Gegner. Menschen, die behaupten, Profis würden die Reden für sie schreiben, sie sei instrumentalisiert, untergangsbesessen, altklug und schon wegen ihres Asperger-Syndroms psychisch gestört. Und natürlich die andere Seite, die ihr zustimmt, die ihre Sprache als klar, entschieden und konzentriert einschätzt und wie Greta fordert: Handeln anstatt nur immer wieder darüber zu reden.

Und das wohl Beste: Greta und die Bewegung #FridaysForFuture lässt sich medial hervorragend ausschlachten. Wie ein gefräßiger Fleischwolf dreht er das Thema täglich mit allerlei Nebenschauplätzen durch und spuckt Interpretationen, schlechte Übersetzungen, Inszenierungen und Behauptungen aus. Ich bin gespannt was übrig bleibt, wenn der mediale Hunger versiegt ist.

Egal wie viele Seiten nun vollgeschrieben werden stellt sich am Ende die alles entscheidende Frage: hat der klimatische Kreuzzug, ausgelöst von Greta Thunberg, eine Chance auf politische Handlung? Oder wie Greta sagt: „ich möchte, dass ihr handelt, als wenn unser Haus brennen würde. Denn es brennt bereits.“

Dass es brennt, ist nicht erst seit Greta bekannt. Aber wir haben nicht angefangen zu löschen, sondern gießen weiter Öl ins Feuer. So funktioniert unsere Welt. Regiert werden wir doch in erster Linie von Wirtschaftsinteressen und nicht davon, die Welt für unsere Kinder zu retten. Es ist nicht möglich, keinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen und gleichzeitig beim nächsten Autokauf den dickeren Schlitten zu nehmen, immer weiter und öfter zu fliegen und den online Versandhandel mit irrsinnig viel Verpackung weiter zu boosten.

Können, ja wollen wir mit weniger?

Persönlicher Konsumverzicht und Achtsamkeit wären Grundvoraussetzung dafür, dass es der Welt von morgen etwas besser geht. Aber wer will das schon? Man stelle sich nur einmal vor, dass jeder beim Verlassen eines Raumes konsequent das Licht ausschaltet. Räume nicht durchgehend auf 22 oder mehr Grad gehalten werden, in denen keiner ist. Wasser weniger verschwenderisch verbraucht wird.

Ich schätze Unmengen an Energie könnten so ohne jegliche persönliche Einschränkung und politisches Handeln eingespart werden. Einfach nur so. Wäre das nicht ein zielführendes Experiment? 7,7 Milliarden Menschen, die 24 Stunden nur achtsam – also nicht einmal sparsam – mit unseren Ressourcen umgehen; nichts verbrauchen, was gerade nicht gebraucht wird. Spannend dazu die Frage, wie viel allein bewusstes Verhalten einsparen würde.

Ich bin überzeugt, dass jeder von uns – und da schließe ich mich überhaupt nicht aus – in seinem persönlichen Haushalt noch Einsparungspotentiale findet. An Energie, an Abfall, an Allgemeingut.

Gleichzeitig befeuern die Märkte unser Konsumverhalten. Immer größer, immer toller, immer mehr. Hatten junge Mädchen früher keine Mascara, haben sie heute 3. Eine für jeden Tag, eine wasserfeste und eine für den Glam-Auftritt. So liebt es die Industrie; so suggeriert Gesellschaft Trends und Konsumdenke. Sind all jene, die für den Klimaschutz auf die Straße gehen bereit, zu verzichten?!

Ob Greta oder Fridays For Future außer Bewusstsein tatsächlich klimaverbesserndes Handeln schaffen können, wage ich deshalb zu bezweifeln. Es ist ein immens tiefer Sog an klimafeindlichen Interessen, in dem wir allesamt schon sehr tief drinstecken. Geld regiert die Welt. So ist es.

Trotzdem. Liebe Greta: Du beeindruckst mich. Mit deiner klaren Art, deinem Mut und deinem Engagement für eine bessere Zukunft. Es braucht in dieser Zeit Menschen wie dich, die sich nicht zu schade und in ihrer heilen Welt nicht zu selbstverliebt sind, ihre Finger in die Wunden zu legen, die wir haben. Die dafür aufstehen, dass die Welt besser wird. Gründe haben wir ausreichend. Ich drücke dir und euch die Daumen, dass Politik die Zeichen nicht weiter ignoriert, sondern jetzt konkret handelt. Bevor es zu spät ist.

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

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