INSA-Umfrage: die Hälfte der Deutschen fürchtet, selbst von Altersarmut betroffen zu werden

Die Statistik dokumentiert eine gute Konjunkturlage mit der Erwartung einer weiteren positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Die Stimmung in der Bevölkerung zeigt eine andere Seite. INSA – ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) – stellt fest, dass viele Menschen Angst vor Altersarmut haben und soziale Ungerechtigkeit empfinden. Soziale Themen beschäftigen immer mehr Menschen. Dennoch schwächelt die SPD, die als die Lösungs-Partei für soziale Themen gilt, deutlich.

Sonntagsfrage und Potential-Analyse

Mit 32,5 Prozent aktuellen Stimmen und 25 Prozent sicheren Stimmen ist die Union aktuell die stimmenstärkste Partei. Ein gutes Viertel der Befragten (26 %) schließt die Union als Wahloption für sich aus. Zwölf Prozent der Wähler mit Parteinennung können sich hingegen auch vorstellen, die Union zu wählen.

Die SPD kommt auf 16,5 Prozent der Stimmen bei elf Prozent sicheren Stimmen. Die Sozialdemokraten haben den größten Anteil an potentiellen Stimmen (21 %) und den geringsten Anteil an Negativpotential (21 %).

Die AfD kommt aktuell auf 15,5 Prozent (12 % sichere Stimmen) – sechs Prozent können sich grundsätzlich vorstellen, die AfD zu wählen und 67 Prozent schließen dies aus.

Die FDP kommt derzeit auf acht Prozent mit fünf Prozent an sicheren Stimmen und 16 Prozent potentiellen Wählern. Jeder vierte Wähler mit Parteinennung kann sich grundsätzlich nicht vorstellen, die FDP zu wählen (25 %).

Die Linke ist mit elf Prozent vorletzte Kraft – ihr Anteil an sicheren Stimmen liegt bei sieben Prozent, bei den potentiellen Stimmen kommt sie auf 13 Prozent. 34 Prozent können sich grundsätzlich nicht vorstellen, Die Linke zu wählen.

Die Grünen kommen aktuell auf 11,5 Prozent der Stimmen (7 % sichere Stimmen). Das Bündnis 90 hat den zweitgrößten Anteil an potentiellen Stimmen (18 %). 25 Prozent der Wähler mit Parteinennung können sich nicht vorstellen, die Grünen zu wählen.

Sind die Befragten von Altersarmut betroffen?

Fast jeder zweite Befragte hat Angst, selbst von Altersarmut betroffen zu sein bzw. ist bereits betroffen (48 %). Bei Frauen ist dieser Anteil um elf Prozentpunkte größer (53 %) als bei Männern (42 %). 34 Prozent stimmen der Aussage hingegen nicht zu. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Geschlechterunterschied: 40 Prozent der Männer sowie 29 Prozent der Frauen haben keine Angst vor Altersarmut bzw. sind nicht bereits betroffen

In Ostdeutschland haben mehr Befragte Angst, selbst von Altersarmut betroffen zu sein bzw. sind bereits betroffen (53 %) als in den westdeutschen Bundesländern (46 %). Umgekehrt stimmen im Westen 37 Prozent der Aussage nicht zu und in Ostdeutschland 23 Prozent. 17 Prozent der westdeutschen Befragten (kumuliert) und 23 Prozent der Ostdeutschen (kumuliert) wissen keine Antwort oder machen keine Angabe.

Am häufigsten stimmen die Wähler der AfD und der Linkspartei der Aussage zu (je 60 %). Auch 51 Prozent der Grünen-Anhänger haben Angst, von Altersarmut betroffen zu sein bzw. sind bereits betroffen. Niedriger sind diese Werte bei den Wählern der SPD (43 %), FDP (41 %) und der Union (39 %).

Vor allem die mittleren Jahrgänge zwischen 25 und 54 Jahren sehen mehrheitlich für sich die Gefahr der Altersarmut als wahrscheinlich an.

Wer will eine Mindestrente?

Die Linkspartei fordert die Einführung einer gesetzlichen Mindestrente von 1050 Euro. 61 Prozent der Befragten sprechen sich in der INSA-Umfrage für die Einführung einer gesetzlichen Mindestrente von 1050 Euro für alle aus.

57 Prozent der Männer sowie 65 Prozent der Frauen geben dies an. Umgekehrt ist jeder fünfte Befragte nicht für die Einführung der Mindestrente von 1050 Euro (20 %). Dies trifft auf 26 Prozent der Männer sowie 14 Prozent der Frauen zu.

Jeder zweite Befragte mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 4.000 Euro und mehr ist für die Einführung einer gesetzlichen Mindestrente von 1050 Euro für alle (50 %). Mit sinkendem Einkommen steigt dieser Anteil. Am höchsten ist der Wert bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro bzw. von 1.000 bis unter 2.000 Euro (je 68 %).

Umgekehrt zeigt sich dementsprechend: je höher das Einkommen, desto größer der Anteil derer, die der Aussage nicht zustimmen.

Aktuelle Analyse von Hermann Binkert (INSA) im 50PlusFernsehen

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