Integration statt Ausgrenzung älterer Mitarbeiter (3). – Ein Kommentar von Helmut Muthers (Babyboomer) in BZ-Nachrichten

Ältere Mitarbeiter müssen nicht umhegt, gepflegt und betreut werden. Betreut werden kleine Kinder im Kindergarten und Menschen im Pflegeheim. Beide Gruppen werden als un-mündig und hilfsbedürftig angesehen. Vermeiden Sie alles, was diesen Eindruck erzeugt. Alle Mitarbeiter sind menschlich gleich zu behandeln. Die „alten Hasen“ möchten keinen Sonder-status, sondern akzeptiert und integriert bleiben. Die meisten Älteren geben gerne ihre Er-fahrungen weiter, wollen aber wegen ihres Alters nicht automatisch als gute Seele der Abtei-lung, die Mutter der Kompanie oder ruhender Fels in der Brandung gelten.

Es ist eine immer wichtiger werdende Schlüsselrolle der Führungskräfte, hier klare und ein-deutige Zeichen zu setzen. Die Macht der jungen wie der älteren Mitarbeiter wächst weiter. Unternehmen, Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten sich bewusst sein, dass sich der Wettbewerb um sie massiv weiter verstärken wird. Um die Jungen, weil es immer weniger davon gibt und immer mehr vor und nach einer Ausbildung ins Studium gehen. Um die Älteren, weil sie die einzige Gruppe sind, die nach wie vor wächst.

Wer also ältere Mitarbeiter halten oder weitere ältere Mitarbeiter gewinnen will, muss sich entsprechend engagieren. Jedes Jahr, das ein Mitarbeiter länger bleibt, ist ein gewonnenes Jahr für den Unternehmenserfolg. Binden Sie die Älteren aktiv ein, sagen Sie ihnen, dass Sie sie brauchen, fragen Sie sie nach ihrer Meinung, wenn Entscheidungen anstehen. Es lohnt sich für alle Beteiligten.

Ein Unternehmen im Personenbeförderungsgewerbe mit rund 1.000 Beschäftigten verliert absehbar in den nächsten zehn Jahren ein Drittel seiner Mitarbeiter. Zu lange hat man dies zwar kommen sehen, aber trotzdem zugewartet. Eine personalpolitische Katastrophe kommt auf den Betrieb zu. Mit externer Unterstützung werden nun alle Möglichkeiten genutzt, die dazu beitragen können, diese Entwicklung abzufedern. So werden unter anderem mit jedem einzelnen älteren Mitarbeiter Gespräche geführt, um ihn zum maximalen zeitlichen Verblei-ben zu bewegen. Mitarbeiter, die über den Renteneintritt hinaus weiterarbeiten wollen, nimmt man in einer Tochterfirma wieder auf. Im Hinblick auf die Arbeitszeiten bietet man höchstmögliche Flexibilität. Den Mitarbeitern werden große finanzielle Zugeständnisse gemacht.

Autor Helmut Muthers

Seit mehr als 17 Jahren fokussiert sich Helmut Muthers auf die Chancen der gesellschaftlichen Alterung und den Unternehmenserfolg bei älteren Kunden und Mitarbeitern. Er gehört zur älteren Generation und kennt die Folgen der demografischen Veränderungen aus exakt dieser Perspektive.

Mit mehr als 1.600 Auftritten gehört Helmut Muthers zu den gefragtesten Rednern mit Themen wie „Sie brauchen keine neuen Kunden. Nehmen Sie die Alten.“ und „Die Mitarbeiter werden grau! Na und? Abschied vom Jugendwahn in der Personalpolitik.“

Helmut Muthers ist Betriebswirt, war Bankvorstand und Sanierer mittelständischer Banken. 1994 gründete er das MUTHERS INSTITUT für Strategisches Chancen-Management. Er ist Landes-Geschäftsführer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V. und Expert-Member des Club 55 (europäische Gemeinschaft von Marketing- und Verkaufsexperten).

Kommentar hinterlassen zu "Integration statt Ausgrenzung älterer Mitarbeiter (3). – Ein Kommentar von Helmut Muthers (Babyboomer) in BZ-Nachrichten"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: