Kinder der Baby-Boomer sind startklar

Die Generation der um 1990 Geborenen ist nur halb so stark besetzt wie die ihrer Babyboomer-Eltern – ihre Last als Beitragszahler in den Sozialsystemen ist also deutlich höher. Dennoch kann diese sogenannte „knappe Generation“ optimistischer in die Zukunft blicken. Denn sie wird von der demografischen Entwicklung materiell profitieren – mit höheren Einkommen und Sparpotential. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA).  

„Es wird keine neue Generation Praktikum geben“, da sind sich Dr. Reiner Braun und Ulrich Pfeiffer (empirica), die Autoren der DIA-Studie „Die Kinder der Babyboomer‘“ sicher. Ihre langfristigen Jobchancen sind durchweg besser als bei den Eltern. Fachkräfte werden zukünftig knapp und die Arbeitsmarktaussichten damit gut. Ein früherer Berufsstart – durch verkürzte Schul- und Studienzeiten sowie den Wegfall der Wehrpflicht – und späterer Renteneintritt bietet der knappen Generation die Chance, schneller und länger gutes Geld zu verdienen und zu sparen. „In zehn Jahren gehen die ersten Babyboomer in Rente und die Generation ihrer Kinder wird in den Hierarchien aufsteigen. Ihre Einkommen werden höher ausfallen und steiler ansteigen“, so die DIA-Studie. Ihre Lebensarbeitszeit wird voraussichtlich auf 43 Jahre bei Akademikern (Babyboomer: 37 Jahre) und 48 Jahre bei Arbeitern (Babyboomer: 45 Jahre) ansteigen.

Fundierter Optimismus 

Die „knappe Generation“ ist optimistisch gestimmt. Das belegt eine im Rahmen der Studie durchgeführte qualitative Befragung. Denn die um 1990 Geborenen leben mit der Erfahrung, dass Deutschland die Finanzkrise im Griff hat. Krise und Arbeitslosigkeit sind ihnen eher fremd, Arbeitszeitverkürzung ist für sie kein Thema. „Sie erwarten weiterhin goldene Jahre mit guten Wachstumsraten, sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Löhnen.“ Gute Bildung, lebenslanges Lernen, hartes Arbeiten und Wettbewerb sind für die knappe Generation selbstverständlich. 

Mit diesen Einstellungen ist sie auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt bestens vorbereitet. Private Vorsorge als gesetzte Größe Was den Sozialstaat angeht, sind die Kinder der Babyboomer anders „programmiert“ als ihre Eltern. „Sie wissen: Dieser Wohlfahrtsstaat hat sich übernommen, jetzt müssen wir selbst vorsorgen“, so die DIA-Studie. Eigenvorsorge fürs Alter ist für die knappe Generation deshalb selbstverständlich.

Nötig sind allerdings konkrete Informationen über Rentenlücken sowie notwendige Sparquoten und -strategien. Eine Riestersparquote von vier Prozent wird für die knappe Generation nicht ausreichen, um das Leistungsniveau heutiger Rentner halten zu können. 

Strategien der Altersvorsorge 

Mehr sparen oder länger arbeiten sind die Alternativen. Sollte die Lücke allein durch höhere Sparquoten geschlossen werden, müsste eine durchschnittliche Familie sieben bis acht Prozent ihres Bruttoeinkommens sparen. Wer dazu nicht bereit ist, wird drei bis vier Jahre später in Rente gehen müssen. „Das Optimum liegt in der Mitte: Möglichst frühzeitig Geld verdienen und solange es geht im Alter hinzuverdienen“, raten Dr. Reiner Braun und Ulrich Pfeiffer. Wer mit 24 Jahren in die Arbeitswelt einsteigt, ab dem 25. Lebensjahr mit einer Sparquote von vier Prozent riestert und bis 67 arbeitet, kann mit einer Ersatzquote aus gesetzlicher Rente und Riesterrente in Höhe von 59 Prozent seines letzten Nettoeinkommens rechnen. Die guten Einkommensaussichten unterstützen das Potential für die private Altersvorsorge, die angesichts weiter fallender Rentenniveaus künftig noch wichtiger wird. „Entscheidend ist aber, dass private Vorsorge für die knappe Generation so selbstverständlich ist wie für die Babyboomer eine Hausratversicherung“, resümiert DIA-Sprecher Bernd Katzenstein die Ergebnisse der Studie Denn die um 1990 Geborenen wissen heute schon, was auf sie zukommt und werden nicht wie ihre Babyboomer-Eltern erst im Laufe ihres Berufslebens  auf private Altersvorsorge umschalten müssen.

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