Neulich in Berlin: Demografie-Debatte Deutschland – Zahlen, Daten, Fakten. – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Wenn überhaupt wird in unserer Gesellschaft nur recht oberflächlich über die demografische Entwicklung in Deutschland gesprochen. Immer wieder kommen Teil-Aspekte in die Diskussions-Arena, die dann zur Belustigung der Bürger wie der Bär am Nasenring durch die Manege geführt werden. Dabei sind die Zahlen klar und nicht zu bestreiten:

  1. seit dem Jahr 1972 haben wir einen demografischen Wandel in Deutschland;
  2. die Lebenserwartung steigt, für jeden Menschen täglich um 6 Stunden;
  3. aktuell leben 36 Millionen Bürger in unserem Land, die älter als 50 Jahre sind. Die Chance, dass diese Bürger älter als 90 Jahre werden, ist hoch.

Gesundheitskosten pro Tag mehr als 1 Milliarde Euro

Im Jahr 2017 betrugen die Gesundheitsausgaben 375,6 Milliarden Euro oder 4 544 Euro je Einwohner. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, entspricht dies einem Anstieg um 4,7 % oder 16,9 Milliarden Euro gegenüber 2016. Der Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag bei 11,5 %. 

Die Gesundheitsausgaben überschritten damit im Jahr 2017 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag. Für das Jahr 2018 wird auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte ein weiterer Anstieg auf 387,2 Milliarden Euro geschätzt, das wären 3,1 % mehr als im Jahr 2017.

Die Ausgaben der Pflegeversicherung steigen um ganze 26,4 % gegenüber dem Vorjahr

Die soziale Pflegeversicherung verzeichnete 2017 mit + 26,4 % den stärksten Zuwachs aller Ausgabenträger. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben um 7,8 Milliarden Euro auf 37,2 Milliarden Euro gestiegen. Dieser starke Anstieg ist auf das dritte Pflegestärkungsgesetz zurückzuführen, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat.

Mit einem Ausgabenanteil von 57 % war die gesetzliche Krankenversicherung auch 2017 größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 214,2 Milliarden Euro und lagen somit um 3,4 % über denen des Vorjahres.

Die Gesundheitsausgaben der öffentlichen Haushalte waren zum Vorjahr rückläufig. Auf sie entfielen 15,8 Milliarden Euro, rund 1,3 Milliarden Euro oder 7,4 % weniger als im Jahr 2016. Hauptgründe hierfür sind die rückläufigen Ausgaben für Asylbewerberleistungen und für Hilfe zur Pflege im Rahmen der Sozialhilfe.

Die laufenden Gesundheitsausgaben werden in Deutschland primär von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und durch staatliche Transfers finanziert. Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanzierten 2017 durch Sozialversicherungsbeiträge fast die Hälfte der laufenden Gesundheitsausgaben. Die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer (ohne Rentner) betrugen 93,2 Milliarden Euro, die der Arbeitgeber 86,8 Milliarden Euro. Die staatlichen Transfers (zum Beispiel Bundeszuschuss zum Gesundheitsfonds, Beihilfen der öffentlichen Arbeitgeber) beliefen sich auf 52,4 Milliarden Euro.

Wo ist die Lösung, die alle leben lässt?

Da stellt sich die Frage der nachhaltigen Finanzierung. Wann legen uns die Parteien ihre Konzept-Ideen vor, wie eine geringer werdende Zahl von Sozialversicherung-Einzahlern eine größere Zahl von Sozialversicherungs-Nutzern finanzieren soll? Mathematisch scheint die Rechnung nicht aufzugehen. Also: wo ist die Lösung? Was schlagen unsere gewählten Vertreter in den Parlamenten vor? Man darf gespannt sein, denn viel Zeit bleibt nicht mehr, bis 2030 die demografische Entwicklung ihren Höhepunkt erleben wird. Der Bundesverband Initiative 50Plus jedenfalls greift das Thema auf und hat mit der Demografie-Debatte Deutschland eine gesellschaftliche Diskussion angestossen.

BZ-NachrichtenTV: Uwe-Matthias Müller (BVI50Plus) mit Zahlen, Daten, Fakten zur Demografie in Deutschland

 

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Heute lebt er in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

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