Neulich in Berlin: Demografie in Afrika – was kommt da auf uns zu? – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Man denke an die endlosen Verfahren für Baugenehmigungen, den ultralangsamen Ausbau der Stromtrassen zur Umsetzung der vor Jahren längst beschlossenen Energiewende, die ewigen Bürgereinsprüche gegen… Und man stelle sich vor, die Bevölkerung in Deutschland würde von jetzt 82 Millionen auf 165 Millionen im Jahr 2050 wachsen. Ob das unsere Verwaltung, unsere Verkehrs-Infrastruktur, unser Bildungs-System, unsere Landwirtschaft, unsere Unternehmen, unsere Sozialsysteme schaffen würden? Berechtigte Zweifel sind angebracht…

Genau das aber ist die Situation der demografischen Entwicklung in Afrika. Auf unserem Nachbar-Kontinent wird die Bevölkerung bis 2050 auf sagenhafte 2,2 Milliarden Menschen ansteigen und sich damit verdoppeln. In manchen, besonders den armen Ländern, wird sich die Bevölkerung sogar verdreifachen. In vielen Ländern Afrikas fehlen für die Bewältigung dieser rasanten demografischen Entwicklung alle Voraussetzungen: Mögen die Staaten auch noch so reich an Rohstoffen und menschlichen Fähigkeiten sein, die Gesellschaft ist oft bettelarm, es gibt keine breite, leistungsfähige Mittelschicht. Einer winzigen Gruppe von Oligarchen steht die riesige Masse einer bettelarmen Bevölkerung gegenüber, die nur ein Ziel für das eigene Überleben kennt, nämlich möglichst viele Kinder entstehen zu lassen und damit die Hoffnung zu verbinden, dass diese Kinder später für die Alten sorgen können und werden. Diese Rechnung kann nicht aufgehen. Eine Fertilität von bis zu 5,2 ist nicht zu bewältigen, die Wirtschaften der Länder werden implodieren oder die wanderungsfähigen Einwohner werden sich aufmachen und dahin gehen, wo sie für sich eine Chance auf Frieden und Wohlstand vermuten.

Das ist die Realität.

Dem steht ein Europa entgegen, das schrumpft und uneins ist. Während die einen in dem Potential des schwarzen Kontinents eine Chance sehen, schrecken die anderen vor einer massenhaften Zuwanderung zurück und befürchtenden den Verlust von Identität und Wohlstand. Der Politik, der Wirtschaft und den Medien gelingt es weder in Spanien, England, Italien oder Deutschland den Menschen die Vorzüge einer geordneten Zuwanderung zu verdeutlichen. Zuviel ist seit 2015 versäumt worden, zuviel haben die Menschen erlebt. Ein leicht dahin geworfenes „Wir schaffen das!“ der Bundeskanzlerin folgten keine Taten, keine Visionen, keine Mission. Die Folge? Heute könnte man den „Bürgern auf der Strasse“ dreimal erklären, wie toll es doch wäre, wenn junge Menschen kämen und unser Land verjüngten. Tatsache ist, die Masse derjenigen die seit 2015 kamen sind zwar jung, arbeiten aber nicht – das aus unterschiedlichen Gründen, wohl wahr; aber sie tun es nicht. Damit entlasten sie auch nicht unsere Sozialkassen, sie belasten sie.

Einen Plan, wie wir es in Europa und in Deutschland schaffen, die Qualifizierten zu uns zu holen und die Anderen da, wo sie gerade sind, zu unterstützen, gibt es nicht.

Das ist auch Realität.

Es braucht weder eine durch bestimmte Medien hochgejazzte Öko-Schulverweigerin aus Schweden oder andere opportunistische Gutmenschen, die sich von ihr bei der Verleihung der Goldenen Kamera beschimpfen lassen und darüber auch noch in ekstatische Verzückung geraten, sondern nur der Lektüre der Strategie-Papiere des ehrwürdigen „Club of Rome“, der bereits in den 1970iger Jahren diese Bevölkerungs-Entwicklung in den Staaten Afrikas und eine mit der rasanten Entwicklung der Weltbevölkerung einhergehende Veränderung des Klimas voraussagte.

Nichts Neues also und dennoch – Wirkungsvolles geschehen ist nichts! 50 Jahre Diskussionen in Experten-Zirkeln, immerwährende Grundlagen-Forschung und letztlich nur ein ständiges „Weiter so“! sind aber zu wenig.

Es reicht jetzt. Es ist Zeit, dass die Zivilgesellschaft das Ruder in die Hand nimmt und den Kurs bestimmt. Wenn Politik und Medien die Arme verschränken um Wähler und Leser nicht zu verschrecken, müssen wir Bürger die Ärmel hochkrempeln und an praktikablen Lösungen arbeiten. Daher hat der Bundesverband Initiative 50Plus (http://www.bvi50plus.de/) den „Demografischen Aufbruch“ gegründet und die Veranstaltungs-Reihe „Demografie-Debatte Deutschland“ (https://www.demografischer-aufbruch.de/debatte/) gestartet. Machen Sie mit, bringen Sie Ihre Ideen in die Diskussion ein und lassen Sie uns gemeinsam etwas umsetzen.

Lassen Sie uns mehr Demografie wagen!

Was bedeutet Demografie? Ein Erklär-Video in BZ-NachrichtenTV

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Heute lebt er in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

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