Neulich in Berlin: ES REICHT! – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Heute um 09.50 Uhr stiess im Hauptbahnhof in Frankfurt am Main ein Mann aus Eritrea eine Mutter und ihren Sohn (8) vor einen einfahrenden ICE. Der Junge ist tot, die Mutter überlebte. Der Lokführer und Dutzende andere Reisende wurden Zeugen des besonders miesen Mordes. Eine Woche nach einer ähnlich abscheulichen Tat in NRW müssen Menschen – hier ein Kind – sterben, weil es offenbar nicht mehr sicher ist, sich in unserem Land im öffentlichen Raum zu bewegen. Die Zeitungen FAZ, WELT, SPIEGEL, Süddeutsche berichten über die feige Tat – an 4. oder 5. Stelle – nach Irak, Trump, Klima und – Beckenbauer.

Wo ist die öffentliche Empörung und Trauer? Wo ist der Ministerpräsident von Hessen, der Innenminister des Landes, der Ober-Bürgermeister von Frankfurt? Immerhin: Horst Seehofer bricht seinen Urlaub ab und spricht mit den Sicherheits-Behörden. Kein Wort aber von der Bundeskanzlerin, die doch sonst immer gern Videos produziert. Es ist unsagbar traurig.

Und macht wütend, dass auch die Zivil-Gesellschaft in Form der vielen nur 500 Meter vom schrecklichen Tatort entfernten Banken und deren Vorstände nichts tun, um ihre Anteilnahme zu bekunden. Wo ist eine Verlautbarung von Joe Kaeser, der sich doch sonst immer gern zu allem verbreitet? Wo ist die Trauer-Demo der Bürger von Frankfurt am Main?

Es reicht.  „J’accuse …!“ schrieb Émile Zola. Dem schliesse ich mich an. Und bitte alle Bürger, denen nicht alles wurscht ist, es mir gleich zu tun!

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1996 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Nach zwei Jahren im Ausland lebt er heute in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten, unter denen die Bewohner täglich leiden, einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt „UMM“ Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt und der Gesellschaft, die dem demografischen Wandel unterliegt.

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