Neulich in Stuttgart: German Angst vor der Demografie? – Ein Kommentar von Uwe-Matthias Müller in BZ-Nachrichten

Die 1. Demografie-Debatte Deutschland in Baden-Württemberg am 15. März 2019 hat es wieder einmal gezeigt: der demografische Wandel ist noch kein Phänomen, das die Massen bewegt. Die Frage, wie wir unsere Gesellschaft gestalten und finanzieren wollen, wenn die jetzige Babyboomer-Generation in Rente gegangen sein wird, scheint allzu viele Bürger und Entscheider noch nicht aufzuregen. Dabei sind es nur noch 10 Jahre, bis die größte gesellschaftliche Umwälzung unser Land treffen wird. Und 10 Jahre sind ja nichts im Vergleich zum Bau eines neuen Flughafens in der Hauptstadt oder anderen Bau-Großvorhaben in unserem schönen Land…

Politik und Medien engagieren sich noch viel zu wenig bei Zukunfts-Themen, die für das Leben jedes einzelnen Bürgers so wichtig werden – in der Zukunft. Dabei hat diese Zukunft jetzt schon begonnen, denn die ersten massiven Auswirkungen des demografischen Wandels sind ja bereits zu spüren.

Medien- und Politik-Schelte schmecken jedoch fad, denn die Bürger selbst tun auch noch viel zu wenig, um sich auf die neuen Gegebenheiten einer alternden Gesellschaft in Deutschland vorzubereiten. Das Abwarten, bis der jeweils andere etwas unternimmt, bringt uns nicht weiter. Information, Mut zur Entscheidung und Tatkraft in der Umsetzung sind jetzt gefragt.

Dies ist eine Forderung an alle Bürger und alle Generationen. Denn nur gemeinsam können wir die Herausforderungen des demografischen Wandels meistern und gemeinsam sollten wir die Chancen, die der demografische Wandel zweifellos auch bietet, nutzen.

Es gibt keinen Grund für die „German Angst“ vor der Demografie. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Furcht der Bürger, der Wirtschaft, der Medien und der Politik vor Veränderung ist unangebracht. Wir leben in einem ständigen Veränderungs-Prozess und es ist bestimmt klüger, diesen Prozess aktiv anzugehen und zu steuern, als sich von dem Prozess steuern zu lassen. Aktivität und Mut – das brauchen wir, nicht Passivität und Verzagtheit.

In diesem Sinn lassen Sie uns mehr Demografie wagen!

Der Autor Uwe-Matthias Müller

Uwe-Matthias Müller ist Gründer und Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Bis 1998 hat er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in (West-)Berlin gelebt. Heute lebt er in Bayern.

Uwe-Matthias Müller kommt viel und gern nach Berlin. „Als Berliner auf Zeit geniesst man nur die Vorteile der Hauptstadt und kann die vielen Unzulänglichkeiten einfach ignorieren.“

Mit „Neulich in Berlin…“ erzählt UMM Erlebnisse und Eindrücke aus der Stadt, die sich selbst als arm aber sexy beschreibt.

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