Nordrhein-Westfalen will mehr Landärzte ausbilden

Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland zum Studien-Wintersemester 2019/2020 eine Landarztquote in Medizin-Studiengängen eingeführt. Damit soll dem Ärztemangel in unterversorgten ländlichen Regionen entgegengewirkt werden.

Der nordrhein-westfälische Landtag beschloss mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP sowie der AfD ein entsprechendes Gesetz. Wer sich vertraglich verpflichtet, zehn Jahre als Hausarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten, kann sich auf einen der rund 170 Landarzt-Studienplätze bewerben – unabhängig vom üblichen Numerus clausus. Die Quote soll zunächst für knapp acht Prozent der Medizin-Studienplätze gelten.

Wenn Studierende den Vertrag nach ihrer Aus- und Weiterbildung nicht erfüllen, drohen Strafzahlungen in Höhe von bis zu 250 000 Euro. Aus der Ärzteschaft kam die Kritik, dass die Landarztquote das generelle Problem des Ärztemangels nicht löse, solange die absolute Zahl der benötigten Mediziner zu gering bleibe. Die Quote zeige auch erst zu spät Wirkung. Denn für Studium und Ausbildung müssen rund elf Jahre kalkuliert werden. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, die Landarztquote sei nur eine weitere Maßnahme aus einem ganzen Bündel, um die Zahl der Allgemeinmediziner zu steigern.

Das Problem des Ärztemangels ist jetzt schon akut. Etwa 6000 der über 11 000 Hausärzte in NRW sind bereits über 55 Jahre alt. Allein 2016 sind 450 Hausärzte ausgeschieden – nicht einmal halb so viele neue kamen als Allgemeinmediziner aus der Ausbildung.

Eine Landarztquote ist auch in Bayern geplant. Einen Entwurf für ein Landarztgesetz brachte auch das Kabinett in Rheinland-Pfalz auf den Weg. Weitere Länder beschäftigen sich ebenfalls mit der Thematik.


Bilder: Tim Reckmann / pixelio.de

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