Ostern und Traditionen wie diese. – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

Ostern und Weihnachten – ich glaube auf diese urchristliche Tradition können sich nahezu alle Europäer verständigen. Aber brauchen wir diese in unserer heutigen Zeit noch? Ist es in einer globalen Multi-Kulti-Welt zeitgemäß, an alten Traditionen festzuhalten? Wissen Menschen überhaupt noch, warum diese Feste begangen werden? Oder sind es eigentlich eher die Pflichten, die man damit in Verbindung bringt? Also die Pflicht, die Familie einzuladen und Geld für Geschenke auszugeben?

Andere nutzen die Feiertage für Ferien oder Freizeit und freuen sich, dass für viele freie Tage wenig Urlaubsanspruch flöten geht.

Früher war mehr Lametta

Ich erinnere mich noch sehr gut an die die schmalen Glitzerstreifen aus Stanniol, die früher üppig an unserem Christbaum hingen. Schon lange haben sie ihre beste Zeit hinter sich, wie die Christmette oder das Osterfeuer.

Die Deko-Mode hat sich geändert und in die Kirche will keiner mehr.

Traditionen verlieren sich eben, wenn sie nicht gelebt werden. Über Generationen hinweg haben sie im geschichtlichen Konnex über den Alltag hinweg Kontinuität geboten; Fixpunkte für Familienfeste und soziale Kontakte gesetzt. Generationenübergreifend haben sie sich in die Kalender festgeschrieben.

Nicht immer gepaart mit blanker Begeisterung aller Beteiligten, dafür mit Verlässlichkeit. Sozialer Kitt, wenn man so will. Und der bröckelt. Tradition flacht ab und gerät in Vergessenheit, weil der Glaube und das christliche Bewusstsein verdunstet und die Welle von Kitsch, Konsum und Kommerz die letzten Reste davon wegspült. Irgendwie schade.

Tradition hat nämlich auch Gutes. Verwoben sind wir Menschen ohnehin mit ihr durch unser kulturelles Erbgut. Natürlich können wir das bagatellisieren, Traditionen wie diesen adieu sagen und anstatt süßen Hefehasen veganen Karottenkuchen backen. Ohne die Traditionen geht etwas verloren. Denn auch wenn wir Weihnachten und Ostern nicht brauchen, so brauchen wir doch etwas, woran wir gemeinsam festhalten und glauben können, womit wir uns identifizieren – Begegnung und Beziehung schaffen. Miteinander leben ist gar nicht anders denkbar. Immer haben Glauben, Handlungsmuster und Überzeugungen Menschen verbunden und Zusammenhalt geschaffen. Im Kleinen und im ganz Großen. Das ist Heimat.

Jetzt feiern wir 2019 das Osterfest. Wieder eine Tradition. Und vielleicht können wir unsere künftige Generation noch ein bisschen dafür begeistern und neben der Ostereier- und Geschenksuche auch von der Geschichte erzählen. So oder auch anders….

Frau Hase sagt zu Ihrem Mann:

„Hasilein, was ist denn eigentlich an uns Osterhasen dran?“

„Und warum sollen wir jetzt rennen, nur weil alle auf die bunten Eier brennen?“

„Tja“, sagt Herr Hase—“Hasilein:

Schau mal auf unseren Kindersegen, wir sind Symbol für Fruchtbarkeit & Leben. Das passt zum christlichen Osterfest und die Verbindung ist ja nicht so schlecht.“

„So macht der Mensch uns populär und hat was zum Verkaufen mehr!

Auch Kinder finden ihr Pläsir, sie suchen Eier dort und hier.“

„Warum denn Eier“?, fragt Frau Hase.

„Auch das, mein Häschen hat ‚nen Grund: tot wirkt das Ei, fast wie ein Grab, doch drin ist Leben, neu und zart!“

Drum lass uns feiern den österlichen Brauch – mit ganz viel von den süßen Schokoeiern in meinem Bauch.“

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im BZ-NachrichtenTV:

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