Pflege: Deutschland wird alt. Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet?

Der demographische Wandel hat zwei Konsequenzen, auf die sich die betriebliche Personalpolitik einstellen muss:

  1. Eine zunehmend alternde Belegschaft stellt die Unternehmen vor die Frage, wie sie dennoch ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten können. Voraussetzung hierfür ist der Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten bis ins fortgeschrittene Alter. Dies erfordert Investitionen in das Personal, besonders in Hinblick auf Gesundheit, Motivation und berufliche Kompetenz.
  2. Eine Verknappung des Arbeitskräfteangebots als Ergebnis einer sinkenden Zahl von Berufsanfängern und des allmählichen Ausscheidens der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsleben (z.B. Rente mit 63, Pflegefall in der Familie). Der sich abzeichnende Arbeitskräftemangel wird einen verstärkten Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte zur Folge haben und zu einem steigenden Lohnniveau führen.

Es ist zu erwarten, dass diese Entwicklungen insbesondere mittelständische Unternehmen vor Probleme stellen werden.

Auch der Gesetzgeber verlagert immer mehr Verantwortung für die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in die deutschen Unternehmen. Ganz Aktuell: Mit dem Pflegestärkungsgesetz 2015 wurden Freistellungsmöglichkeiten bei Pflegefällen im Angehörigenkreis mit Rechtsanspruch, Kündigungsschutz und Lohnersatzleistungen versehen. Neben dem Risiko einen Ausfall eines Arbeitnehmers zum unpassenden Zeitpunkt kompensieren zu müssen ein nicht unerheblicher zusätzlicher administrativer und finanzieller Aufwand.

Ein enormer Schaden für Arbeitgeber

In einem kleinen oder mittelständischen Unternehmen kann durch das Fehlen weniger Mitarbeiter schon ein großer Schaden entstehen. Selbst (oder gerade) wenn der Arbeitnehmer Auszeiten nicht in Anspruch nimmt entstehen dem Unternehmen hohe Kosten. Statistiken belegen, dass die Folgekosten durch Krankschreibung, sonstige Fehlzeiten und insbesondere eine reduzierte Leistungsfähigkeit heute schon bei über EUR 14.000,00 pro pflegenden Mitarbeiter * und Jahr liegen.

Die Neuregelungen betreffen im Wesentlichen drei Bereiche:

Rechtsanspruch mit Kündigungsschutz für

  1. Eine bis zu 10-tägige Arbeitsverhinderung bei einer akut auftretenden Pflegesituation (unabhängig von der Unternehmensgröße)
  2. Freistellung für eine bis zu 6-monatige Pflegezeit (Unternehmen mit mind. 15 Mitarbeitern)
  3. für eine bis zu 24-monatige Familienpflegezeit (Unternehmen mit mind. 25 Mitarbeitern)

Während der (unbezahlten) Freistellung können über Pflegeunterstützungsgeld und zinslose Darlehen Lohnersatzleistungen beantragt werden. Außerdem wurde die Definition „nahe Angehörige“ auf „Stiefeltern“, „Partner in einer lebenspartnerschafts-ähnlichen Gemeinschaft“ und „Schwäger“ erweitert.

Besonders bei der Familienpflegezeit geht der Gesetzgeber davon aus, dass nach Wegfall der Altersteilzeit-förderung In den Unternehmen Zeitwertkonten eingeführt wurden. Bei dieser Teilzeitregelung erfolgt eine Entgeltaufstockung durch den Arbeitgeber. Um die finanzielle Belastung zu mildern kann der Arbeitgeber ein zinsloses Darlehen beantragen. Dieses muss wiederum durch den Arbeitnehmer gegen Berufsunfähigkeit oder Tod durch eine Versicherung abgesichert werden. Bei vorhandenen Wertguthaben entfällt dieser zusätzliche finanzielle und administrative Aufwand.

Auf einem Zeitwertkonto kann der Mitarbeiter auf verschiedene Arten Zeit oder Bruttoentgelt (inklusive Arbeitgeberleistungen zu den Sozialversicherungen) für die Zukunft ansparen. Das Zeitwertkonto wird in Geld geführt und mit dem angesparten Wertguthaben kann sich der Arbeitnehmer später eine vollständige oder teilweise bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung finanzieren. Das Arbeitsverhältnis bleibt während dieser Freistellung erhalten. Gesetzliche Freistellungszwecke sind zum Beispiel die Elternzeit, die Pflegezeit nach § 3 des Gesetzes über die Pflegezeit, weitere Freistellungen können für berufliche Qualifikationen und Weiterbildungen oder den vorzeitigen Ruhestand genutzt werden. Zeitwertkonten sind dabei flexibel und vor allem sicher.

So müssen Zeitwertkonten per Gesetz gegen Insolvenz abgesichert sein, sind vererbbar, übertragbar und werden auf Arbeitslosengeld I und II nicht angerechnet. Werden Sie nicht genutzt kann eine Auszahlung zu Rentenbeginn mit steuerlicher Fünftelung analog einer Abfindung ausbezahlt werden. Außerplanmäßige Auszahlungen können bei Tod oder existenzbedrohender Notlage erfolgen.

In vielen großen Konzernen bestehen solche Zeitwertkontenvereinbarungen. Leider sieht die Situation im Mittelstand völlig anders aus. Die wenigsten klein- und mittelständischen Unternehmen kennen die Vorteile eines Zeitwertkontos oder haben dies bereits eingeführt. Hier besteht ein dringender Bedarf an qualifizierter Beratung.

Zusätzlich Hilfe zur Selbsthilfe: Eldercare

Die Leipziger CareConcept24 GmbH bietet gemeinsam mit der WDS.care GmbH aus Lippstadt mit Eldercare – Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ein schlüssiges Gesamtkonzept an, dass Angehörige in Pflegeverantwortung maximal entlastet. Angefangen bei einer 24/7-Pflege-Hotline sowie der sofortigen Vermittlung eines Ambulanten Pflegedienstes oder eines Platzes in einer nahe gelegenen Stationären Einrichtung, über persönliche Pflegesprechstunden und Pflege-Lernkurse im Unternehmen, bis hin zur qualifizierten Vor-Ort-Beratung durch Pflege-Spezialisten samt Organisation von haushaltsnahen Dienstleistungen: Die Pflege-Experten von WDS.care entlasten die Betroffenen schnell, individuell, umfassend und auf Wunsch auch weltweit.

Andre Ruge, GF der WDS.care GmbH: “Wenn der Fall der Fälle eintritt, tun unsere Dienstleister alles dafür, dass ein Mitarbeiter physisch und psychisch entlastet und im Betrieb gehalten wird. So entstehen keine unnötigen Folgekosten. Apropos Kosten: Unsere Leistungen, wie z. B. die 24/7-Pflege-Hotline, erhält man bereits zwischen 50 Cent und 1 € pro Mitarbeiter und Monat. Das ist auf diesem Gebiet ein absoluter Spitzenwert und dadurch auch für Kleinstunternehmen problemlos darstellbar.“

Für Unternehmen ab 500 Mitarbeitern: Pflegesprechstunde im Unternehmen

WDS.care führt an fest zu definierenden Terminen eine „Beratungssprechstunde zum Thema Pflege“ im Unternehmen (Dauer: ca. drei Stunden) durch. Dabei berät WDS.care die Mitarbeiter bei allen aufkommenden Fragen zur individuellen Pflegesituation.

Pflegekurse im Unternehmen

WDS.care bietet je nach Anforderung (Höchstteilnehmerzahl 24 Personen) an verschiedenen Terminen einen Pflegekurs im Unternehmen an. Die Pflegekurse sollten fünf bis sechs Stunden dauern und u. a. folgende Inhalte vermitteln: Hilfe bei den Pflegetechniken, Umgang mit Hilfsmitteln, Anleitung zur Selbstfürsorge sowie Informationen zum Thema Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.

Übrigens: Verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf werden steuerlich gefördert oder sogar von Krankenkassen übernommen.

Wir helfen Ihnen gerne dabei, Ihr Unternehmen noch zukunftsfähiger zu gestalten. Vereinbaren Sie einfach einen kostenlosen Ersttermin. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Maßnahmen für Ihr Unternehmen sinnvoll und umsetzbar sind.

Der Autor Karsten Junghans ist Geschäftsführer  der CareConcept24 GmbH

* Sabine Böttcher, Christina Buchwald
Leitfaden für Unternehmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Pflege, Forschungsberichte aus dem zsh 11-1

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