Pflege: Kosten für einen Pflegeplatz in einer stationären Einrichtung

Die vollstationäre Pflege wird gewährt, wenn eine häusliche oder teilstationäre Pflege nicht mehr möglich bzw. zumutbar ist. Die Pflegekasse kann die Notwendigkeit der vollstationären Pflege vom MDK oder von anderen zugelassenen Gutachtern überprüfen lassen. Entsprechend der Pflegestufe zahlt die Pflegekasse einen pauschalen Sachleistungsbetrag an das Pflegeheim (Pflegesatz). Er beträgt monatlich in der Pflegestufe I 1.064,00 €, in der Pflegestufe II 1.330,00 € und in der Pflegestufe III 1.612,00 € (in Härtefällen 1.995,00 €). Diese Sachleistung ist für den Pflegeaufwand, die medizinische Behandlungspflege und die soziale Betreuung im Heim bestimmt.

Die betreute Person muss die über den Leistungsbetrag der Pflegeversicherung hinaus anfallenden pflegebedingten Kosten, die Kosten für Unterbringung und Verpflegung, die Investitionskosten und die eventuell anfallenden Kosten für besondere Komfortleistungen selbst tragen.

Zwischenzeitlich kann man auf verschiedenen Internetportalen die Pflegeheime in einem entsprechenden Umkreis abfragen – einerseits im Hinblick auf die Kosten, andererseits lässt sich eine Bewertung nach dem Pflege-TÜV erkennen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass dieses Bewertungs-TÜV-System überarbeitungsbedürftig ist.

Je nach Nutzung der Angebote eines Pflegeheimes zum Beispiel Einbett-, Zweibettzimmer, Fachpersonalausstattung, Lage, Betreiber usw. kann der Preis sich bis zu 30 % unterscheiden.
Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass sich ein Eigenanteil zwischen 1.000,00 € und 2.500,00 € bewegt und zwar je nach Pflegestufe und Angebot des Pflegeheims.

In einigen Bundesländern übernimmt das Sozialamt zumindest anteilig die Investitionskosten, indem es den Heimbewohnern ein Pflegewohngeld bewilligt. Diese Förderung trifft derzeitig für Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein zu. Voraussetzung ist die Mindesteinstufung in die Pflegestufe I.

Wenn die Kosten für ein Pflegeheimplatz nicht durch eigene Mittel und/ oder Zuschüsse von Verwandten ersten Grades gedeckt sind, muss ein Antrag beim zuständigen Sozialamt nach Leistung des Sozialhilfegesetzes SGB XII gestellt werden. Die Sozialämter richten sich dabei nach der „Düsseldorfer Tabelle“. Dabei ist zu berücksichtigen, dass derzeitig bei einer Einzelperson ein freies Vermögen in Höhe von lediglich 2.600,00 € und bei Verheirateten, bzw. zusammenlebenden Partnerschaften zusammen 3.264,00 € als Vermögen verbleiben darf.

Bitte berücksichtigen Sie, dass innerhalb des Familienverbundes vor Antragstellung beim Sozialamt geprüft wird, dass eventuelle Schenkungen und Vermögensübertragungen in den letzten zehn Jahren Rückabgewickelt werden.

Bei verheirateten Paaren oder anerkannten Partnerschaften ist auch das Thema Grundsicherung und Wohngeld für die z.B. in der Wohnung zurückbleibenden Partner eine wesentliche Finanzierungsgrundlage.

Insbesondere in der stationären Pflege werden sich durch das Pflegestärkungsgesetz II einige weitgehende Veränderungen ergeben. Angedacht ist, die Zuzahlung für alle 5 Pflegegrade gleichhoch zu gestalten.

Der Autor ist Partner der auf Pflegevorsorgeberatungen spezialisierten Gesellschaft
www.Pflege-Finanzen.de.

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