Politik muss endlich liefern! – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

„Vom Schlimmen ist nicht das Schlimmste eingetreten und das ist doch irgendwie gut“. Sagen so oder ähnlich Spitzenpolitiker der CDU/CSU über das Wahlergebnis in Bayern. Klar kann man sich die Welt so schön malen, wie man will, aber davon wird sie – realistisch betrachtet – eben auch nicht wirklich schöner. Fakt ist, dass die Wähler den ‚Volksparteien‘ in Scharen davonrennen und das nicht erst seit gestern.

Da denkt unsereins – Bürger der Mitte –: wie viele Denkzettel, Ausrufezeichen und Protestwahlen brauchen ‚die‘ noch, um aufzuwachen?!

Hallo Berlin! Jemand zu Hause?

Bürgerin und Wählerin Renate Zott fordert mehr Mut von den Parteien

So geht es in unserem Land nicht weiter, sagt die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land und ich fürchte, da ist was dran. Nicht mehr als wachsweiche Kompromisse erringt man derzeit in Berlin. Dafür tagt man wochenlang und sogar des Nachts, schlägt rüde Töne an und demontiert sich selbst. Schließlich präsentiert man heroisch einen Kompromiss – hier: das sog. „Grenzregime“ an der deutsch-österreichischen Grenze, das Experten zufolge weniger als 1000 (!) Personen pro Jahr betrifft. Vergessen ist auch nicht, dass man dabei die Regierungskoalition – für die man rd. ½ Jahr sondiert hat – beinahe noch zerrissen hätte. Da können Menschen nicht mehr glauben, dass es Politikerinnen und Politikern um eine stabile Zukunft für Deutschland geht und noch viel weniger, dass von diesem Personal die drängenden Probleme und Aufgaben systematisch abgearbeitet werden. Mehr noch, echte Lösungen traut man ihnen doch gar nicht mehr zu.

Trotzdem wundern sich die Akteure nach jeder neuen Wahlschlappe, gestehen reumütig Fehler ein und tauchen ab in den Analysemodus. Für mein Verständnis liegt der Grund für die Auffächerung der Wählerlandschaft offen auf der Hand:

Die Sehnsucht der Menschen in Deutschland nach Veränderung, nach neuen Köpfen mit weniger Überheblichkeit und einer entschlossenen Haltung ist unglaublich groß. Sie ist so groß, dass Wählerinnen und Wähler wohl mehr aus Protest oder Verzweiflung als Überzeugung durch Inhalte in Lager wechseln, die nicht unbedingt zum traditionellen demokratischen Parteienspektrum gehören. Warum ist das so?

Offenkundig mangelt es an überzeugenden Angeboten. Im Endeffekt fühlt man sich hierzulande doch vor folgende politische Gruppierungen gestellt: eine moderate Politik des Status quo, also weiter so oder die Parteien, die einen vergleichsweise extremen Wandel in gesagt einfachen Schritten versprechen. Wenn also „weiter-so“ immer weniger Zuspruch findet, ist klar, wohin die Reise geht.

Klarheit schaffen und Lösungen anbieten

Sofern die Amtsinhaber überhaupt noch eine Chance haben, das Ruder rumzureißen, müssen transparente und verständliche Antworten auf die Belange in unserem Land her. Es reicht weder das immer wieder hinweisen auf „wie-toll-es-unserem-Land-geht“ noch Endlos-Debatten mit Kleinstkompromissen. Der Frust über die Politik des Stillstands, das abgekoppelte Kreisen um die eigene Hemisphäre im Raumschiff Berlin und die Sorgen der Menschen haben eine Dimension erreicht, die selbst einen Siebenschläfer zum HB-Männchen machen müssten. Fitness-Salat statt Muttis Kalte Küche fällt mir dazu ein.

Liebe Parteien, gebt doch mal Antworten:

  • Wie sieht eure Einwanderungspolitik aus
  • Welche Lösung habt ihr für die Dieselkrise
  • Wie kann nachhaltig bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden
  • Wie machen wir unsere Arbeitswelt zukunftssicher
  • Wie finanzieren wir die Rente 2030
  • …..  – die Liste ist lang und könnte an anderer Stelle noch um viele, nicht weniger wichtige Aspekte ergänzt werden.

Aber zurück, genau hierzu erwarten die Menschen jetzt verständliche Positionen jeder Partei. Es ist das ewige sich Herumdrücken vor eindeutigen Statements, einem konkreten Plan, was die Menschen so zornig macht. Mich übrigens auch.

Wie auch immer die Wahl in Hessen ausgeht – es braucht Politikerinnen und Politiker, die endlich Farbe bekennen und handeln!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im BZ-NachrichtenTV:

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