Rente: Große Unterschiede bei Arbeitern, Angestellten und MdB

Die Rente, die Sicherheit der Rente und die Höhe der Rente ist ein Thema, das die Menschen bewegt. Zu recht, denn aufgrund des demografischen Wandels stellt sich die Frage, wie ab 2030 die Rente gestaltet und finanziert werden kann, wenn eine flächendeckende Altersarmut verhindert werden soll.

Wie wird der Rentenanspruch berechnet?

Über die Art und Weise, wie die Höhe der Rente allgemein berechnet wird, gibt die Deutsche Rentenversicherung Auskunft.

Entgeltpunkte

Der wichtigste Wert für die Berechnung der Höhe der Rente sind die so genannten Entgeltpunkte. Dabei wird Jahr für Jahr der individuelle Verdienst mit dem Durchschnittsverdienst aller Versicherten verglichen. Entspricht der individuelle Verdienst exakt dem Durchschnittsverdienst in diesem Jahr, ist das 1 Entgeltpunkt.

Beispiel: Sie haben im Jahr 2011 32.100 Euro brutto verdient. Das war in diesem Jahr auch der Durchschnittsverdienst. Dann haben Sie 1,0 Entgeltpunkte. Liegt Ihr Verdienst darunter, beispielsweise genau die Hälfte, so sind das 0,5 Entgeltpunkte. Haben Sie das 1,5-fache von 32.100 Euro verdient, so erhalten Sie 1,5 Entgeltpunkte.

Zugangsfaktor

Damit werden Zu- und Abschläge bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Abschläge fallen an, wenn Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gehen. Zuschläge, wenn sie beispielsweise nach Erreichen der Regelaltersgrenze zunächst auf die Rente verzichten. Ohne Zu- oder Abschläge beträgt dieser Wert 1,0.

Aktueller Rentenwert

Das ist der Rentenwert, der einem Entgeltpunkt entspricht. Dieser wird immer wieder der wirtschaftlichen Situation angepasst. Aktuell beträgt er 31,03 Euro für Westdeutschland, 29,69 Euro für Ostdeutschland.

Ergebnis

Aus den oben genannten Zahlen und Fakten ergibt sich, dass ein Durchschnittsverdiener pro Jahr, in dem er durchschnittlich viel verdient hat, einen Rentenanspruch in Höhe von 31,03 Euro (Westen) hat. Natürlich gibt es hier noch viele Abweichungen, Zu- und Abschläge, aber das ist der Durchschnittswert eines dann auch so genannten „Eckrentners“, der 45 Jahre Durchschnittsverdienst erreicht hat. Wie wahrscheinlich das in der heutigen Zeit der gebrochenen Erwerbs-Biografien und prekären Beschäftigungs-Verhältnisse ist, kann jeder für sich entscheiden.

Mitglieder des Bundestages (MdB) haben es besser

Wie die heutige Ausgabe von BILD-online berichtet, sind mit der gestern im Bundestag beschlossenen Erhöhung der Diäten für Bundestags-Abgeordnete auch saftige Verbesserungen der Pensions-Ansprüche für MdB verbunden.

Aktuell betragen die MdB-Diäten monatlich 9.542 Euro. Ein Jahr Mitgliedschaft im Bundestag bringt rechnerisch 238,55 Euro Pension. Um die entsprechende Zahl an Entgeltpunkten zu erreichen, müsste ein Durchschnittsverdiener knapp acht Jahre arbeiten. Für eine reguläre, vierjährige Legislaturperiode bekommen die Mitglieder des Bundestages schon 954,20 Euro Pension. So viel erhält ein Arbeitnehmer erst nach knapp 31 Jahren, in denen er immer den Durchschnittslohn verdient hat. Oder anders gerechnet: Derzeit beträgt die Eckrente für Arbeitnehmer 1.396 Euro – nach 45 Berufsjahren mit Durchschnittsverdienst. Um die gleiche Rentenhöhe zu erreichen, müsste ein Bundestags-Abgeordneter lediglich  5,85 Jahre im Parlament sein.

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