Rentenkrise?? – Alles Quatsch. Steuerflüchtling ist die Lösung! Eine Glosse von Sascha Rauschenberger in BZ-Nachrichten

Es mehren sich die Stimmen, dass unser Rentensystem vor dem Kollaps steht, der Sozialpakt nicht mehr greift und Lösungen fern sind. Das ist falsches Denken. Es berücksichtigt in keinster Weise dass es funktionierende Systeme gibt, die aber noch nicht auf das Hauptproblem der Altersvorsorge zugeschnitten sind: der kumulierten Steuerzahlung über das Erwerbsleben hinweg.

Doch wie schaffen wir es, das leidige Steuerproblem auf eine schon existierende, staatlich anerkannte und allgemein akzeptierte Basis zu stellen? Es erscheint wie die Quadratur des Kreises…

Aber es ist ganz einfach. Andere haben es uns vorgemacht. Man strukturiert das Finanzamt wie die BAMF, und schon ist alles möglich. Nur doch die Rechte der Steuerzahler denen der Flüchtlinge anpassen und Steuerzahler dann als Steuerflüchtling behandeln. Und schon läuft es.

Und das sieht dann so aus:

Der Steuerpflichtige fühlt sich durch den Staat ausgebeutet und von den Behörden systematisch verfolgt. Von der umfassenden Steuerbürokratie gefoltert und im Spitzensteuersatz auch zusätzlich noch ausgebeutet. Vom fehlenden Entfaltungsrecht ganz zu schweigen. Und das Klima wird auch immer ungünstiger und zwingt geradezu seine Existenz auf eine neue – bessere! – Basis zu stellen. In ein System, wo Vernunft herrscht…

Ich wurde in Afghanistan mal gefragt, ob es stimmt, dass man in Deutschland Steuern zahlen muss. Als ich bejahte und die Steuersätze erklärte schaute man sich sprachlos an und sagte: „Ja aber dann hast Du doch nichts von der Arbeit!“ – Recht hatten sie.

Ergo trete ich vor meine Haustür und rufe laut: „Hilfe! Die Steuer ertränkt mich in ihrem Wahn! Ich will Steuerasyl!“

Sofort kommen einsichtige Retter angerannt, umarmen mich, geben mir was zu essen und machen erst mal eine kleine Party. Nennen mich FREUND…nicht Opfer… (schnief).

Fahren mich zum Finanzamt, das mich nun sofort mit aller Fürsorge behandelt und allem glaubt, was ich sage. Endlich einmal! Und damit die mich auch verstehen, bekomme ich einen vom Staat bezahlten Übersetzer, der mein Anliegen in Behördendeutsch übersetzt und mindestens einen vom Staat bezahlten Fachanwalt der das dann auch in Finanzdeutsch übersetzt, falls der willige und überforderte „Entscheider“ rabiat (i.e.S. von uneinsichtig) werden sollte.

Bis zum Entscheid werde ich dann als Steuerflüchtling geduldet. Egal, ob ich Steuerflüchtling – und damit mit berechtigtem Anliegen auf Steuerasyl – bin oder Steuerbetrüger, Bilanzfälscher oder gar Steuerfachanwalt bin. Es soll sogar Leute geben, die offiziell ins System wollen, um hier für das Finanzamt dann arbeiten zu können… Wie doof ist das denn?

Jetzt bekomme ich aber erst mal den „Steuerbefreiungsschein“ bis der Entscheider entscheidet, dass ich berechtigt Steuerflüchtling bin. Prüft alte Einkommensbescheide, Steuersätze und staatliche Willkür bei Ermessensfragen. Dabei darf ich helfen und selbstgedruckte Beweise vorlegen, die gern auch angenommen werden. Die notwendigen Grafikprogramme, der Computer und der Fachmann dafür werden staatlich bezahlt oder sofort gestellt. Gern auch von vom Staat finanzierten Hilfsorganisationen übernommen und/oder fachlich betreut.

Sollte ich dann, trotz allem Bemühen, dennoch weiter als Steuerpflichtiger eingestuft werden, was die Ansparung meiner Rente massiv behindern würde – lege ich (oder mein Anwalt) Widerspruch ein. Das FinAmt freut sich nun, denn es hat wieder Arbeit, kann neue Experten einstellen und so die Leitungsspanne auf allen Ebenen vergrößern. Planstellen schaffen, die besser bezahlt werden.

Da das Vorteile hat, werden nun die Prüfbögen überarbeitet und gewisse problematische Fragen gestrichen, die das Gesamtsystem gefährden und die öffentliche Lobby aufbringen würde.

Sollte auch der Widerspruch erfolglos sein, dann renne ich ins Sozialasyl beim Sozialamt. Dieses entspricht dem Kirchenasyl, nur dass nicht staatlicherseits gemeckert wird, wenn der Flüchtling es beansprucht. Wie Kardinal Marx richtig meinte, dieses Asyl ist ein moralischer Anspruch. – Nein nicht der Marx mit dem Bart, aber der mit dem Dachschaden im Oberstübchen seiner geistlichen Behausung.

Nur klappt das jetzt auch ohne Kirche, denn der Steuerflüchtling hat Anspruch auf neutrale Betrachtung seiner Fluchtursache und Kirche und Staat paktieren zusammen. Man denke an die zwangsweise eingezogene Kirchensteuer…

Das Sozialamt beherbergt mich nun vor der Abschiebung in die Steuerzahlerhölle, bis alle Fristen um sind und der böse Staat mit seinen Kettenhunden mich nicht mehr aufgreifen darf. Ich bekomme dann vom empörten FinAmt meine temporale Steuerflüchtlingduldung. Das heisst aber nichts, da diese logischerweise immer wieder verlängert wird. Das Wort „temporal“ soll nur die verbliebenen Steuerzahler beruhigen.

Und diese amtliche Bescheinigung lege ich nun meinem Arbeitgeber vor, der glücklich ist einen anerkannten Steuerflüchtling zu haben, da diese auch hinsichtlich Sozialversicherungszahlungen besser darstehen. Das FinAmt zahlt natürlich Zuschüsse zur Eingewöhnung in die neue Arbeitssituation. So ohne Steuerzahlungen zu arbeiten und auf diese Weise seine Rente richtig ansparen zu können muss abgesichert sein. Ist doch klar, oder?

Natürlich habe ich nun auch das Recht meine Angehörigen aus der Steuerfalle zu befreien und mit auf meine „Steuerfreibetragskarte“ zu holen. Mama, Papa, Oma und Opa, Onkel und Tante samt Kindern. Und je mehr Kinder ich habe, desto größer der Steuerfreibetrag. Und da ich keine Steuer zahle, wird mir die Differenz zur Null-%-Steuer ausgezahlt. Das versteht sich von selbst.

So gehen dann die Jahre dahin, mein Rentenpuffer wächst und alle sind glücklich. Nein? Weil die Steuerzahler alles zahlen müssen? Ja und? Was kann das System denn dafür, dass die nicht aufpassen???

Wenn jeder jetzt einmal nachrechnet, was er in 45 Beitragsjahren an Steuern zahlt und dann noch die Rentenversicherung (auch den Arbeitgeberanteil) dazurechnet, dann wird schnell klar, dass dann auch eine Rente mit 50 durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Der Traum einer frühen Rente muss keine Utopie bleiben!

Und für dieses einfache, nachvollziebare und schon anderswo erprobte System bedarf es nur des Willens, die Arbeitsweise der BAMF auf das Finanzamt zu übertragen. Der BAMF-Industrie – wir vermeiden das unfreundliche und unangemessene Wort „Asylindustrie – ein neues weit populäreres Standbein zu geben und nehmen so den Nazis ihr bestes populistisches Argument aus der Hand. Die Volksparteien könnten ihre alten Wahlergebnisse wiederhaben und allen – wirklich allen!! – wäre gedient. Altersarmut abgewendet. Dauerhaft.

Manchmal ist die Quadratur des Kreises möglich. Das Perpetuum Mobile machbar. Utopia nur eine Nasenlänge weit weg. Ohne Diskussion zu einem bedingungslosen Grundeinkommen, weil Leistung endlich nicht mehr geschröpft wird. Die Einsicht in lohnende Arbeit steigt. Die neue Kreativität, die Wirtschaft wie auch Gesellschaft beflügelt. Jenseits der dauernden Angst vor Steuerbescheiden, Steuerfahndung oder gar Finanzgerichten.

Ein einfacher Antrag, der schnell abgearbeitet werden kann. Ohne bürokratische Auflagen. Der Satz an der Haustür muss nur lauten:

„Ich bin Flüchtling und will Steuerasyl!“

Im Rahmen der multikulturellen Vielfalt ist die Sprache egal, solange es inhaltsgleich ist. Der Übersetzer macht das dann schon mit dem Entscheider aus. Notfalls hilft der Anwalt. Und selbstverständlich ist in schweren Fällen auch eine Bewilligung rückwirkend möglich, um Härtefällen noch eine Rentenchance zu geben. Das System soll menschlich sein. Kein abstrakter Moloch der unpersönlichen kaltherzigen Art.

Manchmal erkennt man Genialität an der Einfachheit des Konzepts. – So wie hier!

Bitte verbreitet es, damit es uns allen künftig richtig gutgehen kann. Keine Lösung war je populärer und hat uns mehr gebracht. Utopia ist greifbar. Machbar… Wir schaffen das!

Der Autor Sascha Rauschenberger

Sascha Rauschenberger, geboren 1966 in Wattenscheid, ging nach dem Abitur zur Bundeswehr, wo er als Panzeraufklärer und Nachrichtenoffizier Dienst tat. Er diente, unter anderem als Reservist, in vier Auslandseinsätzen, zuletzt als Militärberater in Afghanistan.

Seit 2000 ist er als Unternehmensberater im Bereich Projektmanagement und Arbeitsorganisation (Future Work) tätig.


Fotoquelle: Yusuf Simsek: „Der Stein des Weisen“ http://simsek.ch/

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