Schöne Ferien, Jungs! – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

Dass meine sonntäglichen Kommentare von so manch einem gerne gelesen werden freut mich natürlich; dass sie möglicherweise sogar vermisst werden, macht mich ein bisschen stolz. Auch glücklich. Denn ich liebe das Schreiben und kann so auf meine Weise etwas zu dem zu sagen, was mich bewegt, was in der Welt passiert und was so ziemlich schief hängt, in diesen Zeiten.

Schief hängt tatsächlich auch die Fußballwelt, jedenfalls in der öffentlichen Betrachtung, Bewertung und medialen Verarbeitung dessen, was unsere Jungs und Mädels für unsere Nation auf den Fußball-Rasen zaubern. Bisweilen wohl von satt-überheblichen Geistern verzaubert, wenn wir auf die (Herren-) WM in Russland zurückblicken.

Insofern hätte Uwe-Matthias Müller die Lücke am vergangenen Sonntag nicht besser füllen können (https://www.bz-nachrichten.de/feiern-wir-die-frauen-ein-kommentar-von-uwe-matthias-mueller-in-bz-nachrichtentv/). Mehr noch, er hat mir aus meiner Fußballer-Seele gesprochen. Auch die Mädels haben das in ihrem Video. Es ist, wie sie auf dem Rasen sind, nämlich Weltklasse. Verdient hat es weit mehr als knapp 630.000 Aufrufe auf Youtube (auch wenn es thematisch nicht passt, muss ich trotzdem an das Rezo-Video denken) und ihre Leistung auch weitaus mehr wertschätzende Anerkennung. Aber so ist das noch immer in vielen Bereichen für Frauen, der Kampf um Leistung reicht nicht, weder im Frauen-Fußball noch im Beruf. Von vielen anderen Spielfeldern ganz zu Schweigen.

Und da passt es doch irgendwie, dass unsere männlichen Helden nach dem Spiel gegen Estland (FIFA-Weltranglisten-Platz 99) wieder im siebten Fußball-Himmel schweben. Die Bild titelt: Deutschland feiert Acht-Tore-Party und die Berichterstattung läuft mit Lobesgesängen auf die – nach anstrengender Bundesliga-Saison ach so müden, aber jetzt wieder hochgejubelten Kicker – Sturm. Nicht umsonst warteten die Spielerfrauen schon mit gepackten Koffern mit neuen Zielen für die Sommerpause: Südsee, Karibik, die eigene Yacht, vergoldete Steaks… ein Fußball-Profi kann sich das leisten.

Unterdessen wird die Berichterstattung von der Frauen-Fußball-WM in Frankreich nicht halb so euphorisch sein, wie die gegen den Fußball-Zwerg Estland – egal wo wir landen. Der Fußball-Gott muss ein Mann sein!

Apropos Frankreich: Es ist in der Tat auch außerhalb von großen Sportereignissen ein wunderbares Land und nicht nur Heimat des köstlichen Champagners, sondern jederzeit eine Reise wert.

In diesen Tagen führte mich eine kleine Reise aber (leider) nicht in die Stadien unseres Nachbarn, sondern ins eigene Land, nämlich nach Schwerin. Und dabei fällt mir immer wieder auf, dass Deutschland in der allgemeinen innerdeutschen Reisegunst zu kurz kommt; vermutlich einfach unterschätzt wird. Schwerin ist wohl ein ziemlich gutes Beispiel dafür. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist nämlich Kultur pur; auch ein Schätzchen zum Verweilen, durch die Gassen bummeln und eine Rundfahrt auf dem zweitgrößten Binnensee Norddeutschlands genießen. Der größte Schatz dieser Stadt ist augenscheinlich das Schweriner Schloss auf der Schlossinsel. Mit seinen vielen Türmen und vergoldeten Kuppeln kommt es wahrhaft märchenhaft daher und auch ohne Bücher über die Entstehungsgeschichte gelesen zu haben, wird dem Betrachter sofort klar, dass es ein Gemeinschaftswerk berühmter Baumeister sein muss. Und ja so ist es auch und durch den Stilmix verschiedener Epochen (Mittelalter, Renaissance, Barock) eines der bedeutendsten Beispiele des romantischen Historismus. Zurecht ein deutscher Kandidat für das UNESCO-Welterbe. Auch ein Besuch im Staatstheater lohnt sich auf jeden Fall, so wie ein Blick in die verschiedenen Reiseführer, die Daten und Fakten über Schwerin und Umgebung zu Tage bringen.

Viel interessanter sind möglicherweise ein paar aktuelle Tipps aus meinem Erfahrungsschatz. Sprich, wo schläft es sich gut und wo isst es sich lecker. Richtig gut, nämlich so gut, dass ich bei der Hotelchefin Annika Frymark den Hersteller der Matratzen nachgefragt habe, schläft man im Hotel-Restaurant Weinhaus Uhle (mehr Infos hier: https://geniesseraufreisen.de/hotel/hotel-restaurant-weinhaus-uhle-schwerin-2/)

Ein kleines, feines, denkmalgeschütztes Hotel mit 16 top renovierten Zimmern, die nichts vermissen lassen. Die Kulinarik wird in diesem Hause ebenfalls großgeschrieben und wer Lust auf Gaumenfreuden vor 22.00 Uhr (!) hat, ist hier genau richtig. Kulinarisch beeindruckt hat mich – so ist es ja oft im Leben – eine Kleinigkeit, nämlich die Rote-Beete-Butter. In Verbindung mit dem selbst gebackenen Brot ein ganz besonderes „Schmankerl“. Bekannt ist das Weinhaus Uhle auch für seine große Auswahl hervorragender Weine. Trotzdem haben wir es geschafft, aus der Weinkarte den Bacchus „leerzutrinken“. Und nicht nur dort, sondern auch im Weinhaus Wöhler, in dem wir ebenfalls hervorragend zu Abend gegessen haben und der Service perfekt war. Oh Gott, da drängt sich dem arglosen Leser wohl die Vermutung auf, dass größenwahnsinnige Wessis die Schweriner Weinkeller einfach so leer „saufen“ und anschließend die Kontrolle verlieren. Mitnichten, denn ich kann getrost attestieren, dass eine größere Reisegruppe schon mal Bestände knacken kann, wenn Qualität vor Quantität geht. Also nichts für ungut, die Wessis sind auch nur Menschen.

In diesem Sinne: schöne Ferien!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im BZ-NachrichtenTV:

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