Sonntagsfrage: wie gewiß sind die Antworten der Bürger?

„Welche Partei hätten Sie gewählt, wenn am Sonntag Bundestags-Wahl gewesen wäre?“ Was steckt hinter den Antworten? Wie würden Ost und West, arm und reich,  jung und alt wählen? Das hat das Meinungsforschungs-Institut INSA nun herausgefunden.

Der INSA-Meinungstrend ermittelt wöchentlich ein repräsentatives Stimmungsbild der Bevölkerung in Deutschland für den BILD-Wahlcheck. In der Sonntagsfrage des INSA-Meinungstrends ist die Union diese Woche mit 27 Prozent stärkste Kraft. Es folgen die Grünen mit 24,5 Prozent und auf Platz drei liegt die AfD mit 14,5 Prozent. Die SPD erhält 12,5 Prozent der Stimmen, die FDP kommt auf neun Prozent und die Linke erreicht acht Prozent.

Im Vergleich zur Vorwoche gewinnen die Grünen damit zwei Prozentpunkte und die FDP einen Punkt hinzu, während die CDU/CSU 1,5 Punkte verliert. SPD, AfD und Linke können ihren Stimmenanteil halten.

Der Anteil an sicheren Stimmen erhöht sich diese Woche bei der FDP und den Grünen um jeweils einen Prozentpunkt. Union und Linke hingegen verlieren jeweils einen Punkt. Bei SPD und AfD zeigen sich keine Veränderungen.

Die FDP gewinnt drei Prozentpunkte an potentiellen Wählern hinzu. Bei der AfD erhöht sich dieser Anteil um zwei Prozentpunkte, bei CDU/CSU und der Linke erhöht er sich um jeweils einen Punkt. Die SPD verliert zwei und die Grünen verlieren drei Prozentpunkte.

Der Anteil nicht zu erreichender Wähler verringert sich bei FDP und Linke um jeweils fünf Prozentpunkte, bei Union und AfD um jeweils drei Punkte und bei der SPD um zwei Punkte. Bei den Grünen erhöht sich dieser Anteil um einen Prozentpunkt.

Genauer Blick auf die Sonntagsfrage

INSA hat diese Woche einen genaueren Blick auf die Sonntagsfrage nach verschiedenen Befragtengruppen getroffen.

Wenn am Sonntag Bundestagswahlen gewesen wären, würden von allen Befragten 19 Prozent der Befragten die Union wählen, 17 Prozent die Grünen und zehn Prozent die AfD. Weitere neun Prozent würden ihre Stimme der SPD geben, jeweils sechs Prozent würden die FDP bzw. die Linke wählen und auf sonstige Parteien würden drei Prozent fallen. Ein Prozent würde ungültig wählen, acht Prozent wissen nicht, wie sie wählen würden, drei Prozent wissen nicht, ob sie zur Wahl gehen würden und sieben Prozent würden nicht zur Wahl gehen. Zwei Prozent der Befragten sind nicht wahlberechtigt und neun Prozent machen keine Angabe. Jeweils etwas mehr Männer als Frauen würden die Union (20 zu 18 %), die SPD (10 zu 8 %), die AfD (13 zu 8 %), die FDP (8 zu 4 %) und die Linke (7 zu 5 %) wählen. Frauen hingegen würden etwas häufiger die Grünen (18 zu 16 %) wählen und geben häufiger an, nicht zu wissen, wie (9 zu 6 %) oder ob (4 zu 1 %) sie wählen würden. Außerdem geben sie etwas häufiger an, dass sie nicht zur Wahl gehen würden (8 zu 6 %) und machen öfter keine Angabe (11 zu 8 %).

Betrachten wir die Wahlabsichten differenziert nach Alter und nur bezogen auf alle Befragten mit einer Parteinennung: Die Anteile derer, die die Union wählen würden, liegen bei den Altersgruppen ab 25 Jahren zwischen 23 und 32 Prozent. Von den 18- bis 24-Jährigen würden nur fünf Prozent ihre Stimme der CDU/CSU geben. Der Anteil der SPD-Wähler ist bei den ab 65-Jährigen am größten (17 %) und auch hier bei den jüngsten Befragten zwischen 18 und 34 Jahren mit vier Prozent am kleinsten. Die Anteile der restlichen Altersgruppen liegen zwischen neun und 15 Prozent. Auch bei der AfD ist der Anteil derer, die sie wählen würde, bei den 18- bis 24-Jährigen mit sieben Prozent am kleinsten. Bei den restlichen Altersgruppen beträgt er mindestens 14 und maximal 18 Prozent. Der Anteil der FDP-Wähler ist bei den beiden jüngsten Altersgruppen mit jeweils 14 Prozent am größten und variiert bei den älteren Gruppen zwischen sieben und neun Prozent. Die Anteile der Befragten, die die Linke wählen würden, liegen über alle Alltersgruppen relativ ähnlich zwischen sieben und neun Prozent. Die Grünen würden mit Abstand am häufigsten von den Jüngsten gewählt werden, 50 Prozent der 18- bis 24-Jährigen geben dies an. Die älteren Befragten würden die Grünen zu 20 bis maximal 27 Prozent wählen. Drei bis zehn Prozent der verschiedenen Altersgruppen würden sonstige Parteien wählen.

Im Ländervergleich zeigen sich teilweise keine, teilweise jedoch deutliche Unterschiede darin, wen die Befragten wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen wären. So würden CDU/CSU, FDP und sonstige Parteien von jeweils ca. gleich vielen Befragten aus West- und Ostdeutschland gewählt werden. Etwas mehr West- als Ostdeutsche würden die SPD wählen (13 zu 8 %) und mit Abstand mehr West- als Ostdeutsche würden die Grünen wählen (27 zu 13 %). Deutlich mehr Ost- als Westdeutsche würden hingegen ihre Stimme der AfD (20 zu 13 %) und der Linkspartei (16 zu 6 %) geben.

Auch zwischen Befragten mit und ohne Migrationshintergrund zeigen sich Unterschiede darin, wie gewählt werden würde, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen wären. Deutlich mehr Befragte ohne als Befragte mit Migrationshintergrund würden die CDU/CSU wählen (28 zu 18 %) und etwas mehr würden sonstige Parteien wählen (5 zu 3 %). Der Anteil derer, die die Grünen wählen würden, ist hingegen bei den Befragten mit Migrationshintergrund größer, als bei denen ohne Migrationshintergrund. Auch der Anteil der Linke-Wähler ist bei den Befragten mit Migrationshintergrund etwas größer (11 zu 8 %). Für SPD, AfD und FDP zeigen sich nur marginale Unterschiede.

Nach Haushaltsnettoeinkommen aufgeschlüsselt würden mehr Befragte ab einem Einkommen von 4.000 Euro die Union wählen als Befragte mit einem darunterliegenden Einkommen (34 zu maximal 28 %). Am geringsten ist der Anteil bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro (17 %). Die Anteile der Befragten, die die SPD wählen würden, liegen für alle Einkommensgruppen zwischen elf und 15 Prozent. Der Anteil der AfD-Wähler ist bei den Befragten mit einem Einkommen von unter 1.000 Euro am größten (22 %), knapp gefolgt von den Befragten mit einem Einkommen von 2.000 bis unter 3.000 Euro (19 %). Die restlichen Einkommensgruppen würden die AfD zu maximal 14 Prozent wählen. Der Anteil derer, die die FDP wählen würden, steigt mit zunehmendem Einkommen kontinuierlich von vier Prozent bei den Befragten mit einem Einkommen von unter 1.000 Euro bis auf 14 Prozent bei den Befragten mit einem Einkommen von 4.000 Euro und mehr. Bei der Linkspartei zeigt sich mit Ausnahme der Befragten mit einem Einkommen von 3.000 Euro bis unter 4.000 Euro (9 %) ein entgegengesetzter Verlauf. Während 15 Prozent der Befragten der schwächsten Einkommensgruppe die Linke wählen würde, sinkt dieser Anteil bis auf drei Prozent bei den Befragten der stärksten Einkommensgruppe. Bei Bündnis 90/Die Grünen zeigen sich in Bezug auf das Haushaltsnettoeinkommen nur geringe Schwankungen: am häufigsten würde sie von Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro bis unter 4.000 Euro (27 %) und am seltensten von Befragten mit einem Einkommen von 4.000 Euro und mehr (21 %) gewählt werden.

Wie sicher sind sich die Befragten in Bezug auf ihre Wahlabsicht?

Die CDU/CSU-Wähler sind sich am sichersten, dass ihre derzeitige Wahlabsicht auch bis zum tatsächlichen Wahltag hält, 93 Prozent (kumuliert) geben an, sich dessen sehr oder eher sicher zu sein. Es folgen die Wähler der AfD und der SPD mit jeweils 88 Prozent (kumuliert). Auch jeweils 86 Prozent der Linke-Wähler und der Wähler sonstiger Parteien, 82 Prozent der Grünen-Wähler und 72 Prozent der FDP-Wähler sind sich sehr oder eher sicher (alle Werte jeweils kumuliert). Allerdings sind sich die Wähler der Union, der SPD und der AfD deutlich häufiger sehr sicher als eher sicher, während sich die Anteile an „sehr sicher“ und „eher sicher“ bei den Wählern der FDP und der Linke ähneln oder gleich sind. Am häufigsten sehr oder eher unsicher sind sich die Wähler der FDP mit 26 Prozent und am geringsten ist dieser Anteil bei den Wählern der CDU/CSU mit fünf Prozent (alle Werte je kumuliert) .

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