Studie: Generationen-Genossenschaften im Kommen

Die Idee der Nachbarschafts- beziehungsweise Generationen-Genossenschaften findet in Deutschland großen Zuspruch. Knapp die Hälfte der Bürger könnte sich vorstellen, Mitglied einer solchen Genossenschaft zu werden. Bei solchen Genossenschaften helfen vor allem Jüngere älteren Mitgliedern. Das ergab eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut INSA im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchführte. INSA und DIA sind Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus)

Die Idee der Generationen-Genossenschaften  ist, dass jede Hilfeleistung nicht materiell vergütet sondern auf einem Zeitkonto gutgeschrieben wird. So erwirbt der Helfer einen Anspruch, später im gleichen Umfang Hilfe zu erhalten. Annähernd die Hälfte der Befragten findet solche Generationen-Genossenschaften gut, weil sie die Solidarität und die sozialen Werte in der Gesellschaft stärken. Vor allem Jüngere können sich für diese Idee erwärmen. Unter den 18- bis 49-Jährigen vertreten sogar 54 Prozent diese Meinung. Weitere Argumente der Befragten für die Generationen-Genossenschaften: sie wirken gegen Einsamkeit (14 Prozent), sind eine alternative Altersvorsorge (6 Prozent) und machen finanziell unabhängiger (5 Prozent).

Gegen die Idee dieser Nachbarschafts-Genossenschaften spricht nach Meinung der Befragten hauptsächlich die schwierige technische und wirtschaftliche Umsetzung. 18 Prozent hatten deswegen Bedenken gegen solche Zusammenschlüsse. Vor allem Menschen ab 50 Jahren sahen darin ein Problem (21 Prozent). Bei den Befragten zwischen 18 und 49 Jahren gab es deswegen weniger Befürchtungen (15 Prozent). Einen Zwang zum Helfen beziehungsweise Leistungsdruck in solchen Genossenschaften befürchteten elf Prozent und fanden diese Idee aus diesem Grund nicht gut.

Große Akzeptanz für Generationen-Genossenschaften als Selbsthilfe

Immerhin 44 Prozent der Befragten können sich vorstellen, selbst ein aktives Mitglied einer solchen Genossenschaft zu werden. Dazu kommen noch einmal 23 Prozent, die sich weder dafür noch dagegen entscheiden, vielleicht weil sie sich noch nicht so recht vorstellen können, wie diese Genossenschaften funktionieren. Lediglich ein knappes Drittel lehnt eine Mitgliedschaft ab. Damit herrscht insgesamt eine ziemlich große Akzeptanz für solche freiwilligen Zusammenschlüsse zur Selbsthilfe. Frauen sind der Idee zugeneigter als Männer. In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ist die Bereitschaft, in eine solche Genossenschaft einzutreten, am höchsten.

Solche Nachbarschafts- oder Generationen-Genossenschaften gibt es schon seit etlichen Jahren, vor allem im süddeutschen Raum sind diese Zusammenschlüsse zu finden. Oftmals werden sie vom Engagement einzelner Personen getragen, die sich dieser Idee verschrieben haben. „Zudem zeigt sich hier, dass die Bürger zunehmend erkennen, dass sie Hilfe zur Selbsthilfe aufbauen müssen, um auch im höheren Alter noch selbstbestimmt leben zu können.“ so Uwe-Matthias Müller, Vorstand des Bundesverband Initiative 50Plus. Die verbreitete Akzeptanz, die sich in der DIA-Umfrage zeigte, sollte Mut machen für weitere Gründungen.

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