Umfrage: ist Gewalt gegen Politiker erlaubt?

Das Meinungsforschungs-Institut INSA hat Bürger befragt, ob sie Gewalt gegen Politiker befürworten. Das Ergebnis gibt zu denken. Und wie ist die aktuelle politische Stimmung in Berlin? Antwort auf die aktuelle Sonntagsfrage.

Am 7. Januar 2019 wurde der AfD-Politiker Frank Magnitz in Bremen tätlich angegriffen. Wir wollten von den Befragten wissen, ob sie Verständnis für körperliche Gewalt gegen AfD-Politiker haben. Im Zuge dessen haben wir außerdem abgefragt, inwiefern Verständnis für körperliche Gewalt gegen Politiker der Linken vorhanden ist. Gezeigt hat sich, dass insgesamt drei Prozent der Befragten Verständnis sowohl für körperliche Gewalt gegen Politiker der AfD wie auch der Linken haben.

Acht Prozent der Befragten bejahen dies. Jeder zehnte Mann (10 %) und fünf Prozent der Frauen geben an, Verständnis dafür zu haben, wenn gegen Politiker der AfD körperliche Gewalt angewendet wird. Demgegenüber stehen drei Viertel der Befragten, die der Aussage nicht zustimmen (75 %). Sieben Prozent wissen keine Antwort und jeder Zehnte macht keine Angabe (10 %).

Fünf Prozent der Befragten haben Verständnis dafür, wenn gegen Politiker der Linkspartei körperliche Gewalt angewendet wird. Dies trifft auf sechs Prozent der Männer und drei Prozent der Frauen zu.

17 Prozent der 18- bis 24-Jährigen haben Verständnis dafür, wenn gegen Politiker der AfD körperliche Gewalt angewendet wird. Mit zunehmendem Alter sinkt dieser Anteil deutlich bis auf vier Prozent bei den ab 65-Jährigen. Dementsprechend stimmen 88 Prozent der ab 65-Jährigen der Aussage nicht zu. Mit abnehmendem Alter sinkt dieser Anteil bis auf 55 Prozent bei den 18- bis 24-Jährigen.

Mit Bezug auf Politiker der Linkspartei haben zwei Prozent der 18- bis 24-Jährigen Verständnis für die Anwendung von körperlicher Gewalt. Bei den 25- bis 34-Jährigen geben dies zehn Prozent an. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil bis auf drei Prozent bei den ab 55-Jährigen. Je jünger die Befragten, desto häufiger machen sie keine Angabe. 

Zwölf Prozent der SPD-Wähler haben Verständnis dafür, wenn gegen Politiker der AfD körperliche Gewalt angewendet wird. Es folgen die Anhänger der Linkspartei und der Grünen (je 10 %), der Union (7 %) sowie der FDP und der AfD (je 4 %). 16 Prozent der Wähler sonstiger Parteien äußern ebenfalls Verständnis.

Acht Prozent der AfD-Wähler haben Verständnis dafür, wenn gegen Politiker der Linkspartei körperliche Gewalt angewendet wird. Es folgen die Anhänger der SPD (7 %), der Union (6 %) und der FDP (4 %). Am niedrigsten sind die Werte bei den Wählern der Grünen (3 %) und der Linkspartei (2 %).

Während 19 Prozent der Befragte mit Migrationshintergrund Verständnis dafür haben, wenn gegen Politiker der AfD körperliche Gewalt angewendet wird, ist dieser Anteil bei den Befragten ohne Migrationshintergrund mit sechs Prozent deutlich niedriger. Bei Befragten mit Migrationshintergrund liegt vor allem der Anteil an Befragten, welche keine Angabe machen, höher.

Dasselbe Verhältnis zeigt sich auch beim Verständnis für Gewalt gegen Politiker der Linkspartei. Zehn Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund und vier Prozent der Befragten ohne Migrationshintergrund stimmen hier zu. Auch hier liegt der Anteil an Befragten, welche keine Angabe machen, bei den Personen mit Migrationshintergrund höher.

Die aktuelle Sonntagsfrage

Die Union erreicht diese Woche bei der Sonntagsfrage auf Bundesebene 29 Prozent und bleibt an erster Stelle. Die Grünen kommen auf 18 Prozent und belegen den zweiten Platz. Es folgen gleichauf die AfD und die SPD mit jeweils 14,5 Prozent. Die Linke erreicht 10,5 Prozent und die FDP kommt auf 9,5 Prozent.

Die Grünen gewinnen im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt. Die Union verliert einen Prozentpunkt, während die SPD, FDP und AfD je einen halben Prozentpunkt verlieren. Die Linkspartei gewinnt einen halben Prozentpunkt.

Bei den sicheren Stimmen steigern sich die Grünen um einen Prozentpunkt. Die AfD verliert zwei Prozentpunkte, während die übrigen Parteien stabil bleiben.

Bei den potentiellen Stimmen verlieren FDP und Linkspartei je zwei Punkte und die Grünen, die AfD und die SPD erreichen einen Punkt weniger. Bei der Union ergibt sich keine Veränderung.
Der Wert an ausgeschlossenen Stimmen steigt bei der AfD um einen Prozentpunkt. Bei Linkspartei und Grünen sinkt der Wert um zwei Prozentpunkte und bei der SPD um einen Prozentpunkt. Bei Union und FDP zeigt sich keine Änderung.

BZ-NachrichtenTV: INSA-Chef Hermann Binkert zur aktuellen politischen Lage

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