Umfrage: Welche Themen sind für die Deutschen die wichtigsten? Und wie antworten die Wähler auf die Sonntagsfrage?

Welche Themen sind den Deutschen aktuell am wichtigsten? Unterscheiden sich die Nennungen je nach Wahlverhalten und Alter? INSA – ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) – wollte von den Befragten wissen, welche politischen Themen für sie derzeit am wichtigsten sind, wobei jeder Befragte maximal drei Themen nennen konnte. Die Frage war offen gestellt, sodass die Befragten alles nennen konnten, ohne zuvor Vorschläge genannt bekommen zu haben. 

Von den insgesamt 2084 Befragten gaben gut zwei Drittel (67%) mindestens ein politisches Thema an. Die restlichen Befragten gaben entweder an, es nicht zu wissen oder keine Angabe machen zu wollen.

Als wichtigstes Thema erachten knapp zwei Drittel (65 %) aller Befragten den Bereich Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge, der mit großem Abstand vor dem zweitwichtigsten Thema Rente/Altersarmut (33 %) liegt. Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit liegt mit dem Thema Umwelt/Klima/Tierschutz fast gleich auf (21 bzw. 20 %). Es folgen die Themen Sicherheit/Kriminalität (16 %), Bildung (15 %), Außenpolitik/weltpolitische Lage (14 %) und Gesundheit/Pflege (13 %). Für jeden zehnten Befragten gehört Europa/EU/Euro (10 %) zu den wichtigsten politischen Themen. Steuern/Finanzen nennen acht Prozent aller Befragten, gefolgt von Arbeit/Löhne und der Wirtschaft mit jeweils sieben Prozent. Die politische Stimmung wird von sechs Prozent genannt und erreicht damit genau so viel wie Wohnungen/Mieten und Digitalisierung/Infrastruktur. Die geringste Nennung erhalten Familie/Kinder (5 %), Terrorismus (4 %) und der Dieselskandal (1 %). Drei Prozent aller Befragten nennen Themen, die nicht in eine dieser Kategorien fallen.

Betrachtet man die Themen insgesamt danach, wie sie von den einzelnen Parteianhängern eingeschätzt werden, zeigen sich z.T. deutliche Unterschiede. Das Thema Top-Thema Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge steht bei den AfD-Wählern mit großem Abstand voran. Am wenigsten häufig genannt wird es von den Wählern der Grünen sowie der Linken. Rente/Altersarmut ist den Wählern der FDP am wenigsten wichtig, am zweitwenigsten wichtig ist es den Wählern der Grünen. Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit ist den Wählern der Linkspartei am wichtigsten und den Unions-Wählern etwas weniger häufig wichtig als den Wählern der FDP. Das Umweltthema ist den Grünen am wichtigsten, den AfD-wählern am wenigsten wichtig. Das Thema Digitalisierung ist den Grünen-Wählern wichtiger als den FDP-Wählern und Terrorismus steht bei den SPD-Wählern an erster Stelle. FDP-Wähler nennen die Themen Steuern/Finanzen sowie Wirtschaft am häufigsten. Die aktuelle Politische Stimmung mit den Themen Radikalismus und Populismus ist den Linke-Wählern am wichtigsten. 

Bei den Wählern der Union werden die Themen Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge (66 % bei den aktuellen, 68 % bei den potentiellen Wählern) und Rente/Altersarmut (33 %) am häufigsten als aktuell relevant genannt. Ein Fünftel der CDU/CSU-Wähler gibt Umwelt/Klima/Tierschutz an (20 %). Sicherheit/Kriminalität ist 19 Prozent der Befragten besonders wichtig. Das Thema Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit wird von den Wählern der Union weniger oft als von der Gesamtheit aller Befragten genannt (12 % statt 21 %). Jedem zehnten aktuellen Wähler der Union ist das Thema Bildung besonders wichtig. Doppelt so viele (20 %) sind dies bei den potentiellen Wählern. Die politische Stimmung insgesamt und Wohnungen/Mieten bewegen die Wähler der CDU/CSU eher weniger (jeweils 5 %). Den Dieselskandal nennen zwei Prozent der Befragten.

Die Befragten, welche aktuell die SPD wählen, geben ebenfalls am häufigsten das Thema Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge an (60 %). An zweiter Stelle steht Rente/Altersarmut (35 %). Es folgt Gesundheit/Pflege (24 %). Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit ist knapp einem Viertel aller SPD-Wähler besonders wichtig (23 %). Bildung steht bei den Wählern der SPD an vierter Stelle: 21 Prozent der aktuellen und 18 Prozent der potentiellen Wähler geben diesen Themenbereich an. Die Themen Wirtschaft (5 %), Familie/Kinder (5 %) und der Dieselskandal (2 %) bewegen die SPD-Wähler im Vergleich eher weniger.

Bei den Wählern der AfD steht das Thema Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge mit großem Abstand an erster Stelle der wichtigsten Themen: Neun von zehn Befragten geben diesen Themenbereich an (90 %). Das den AfD-Wählern zweitwichtigste Thema Rente/Altersarmut nennt gut ein Drittel (34 %). Auch das Thema Sicherheit/Kriminalität liegt bei den AfD-Wählern verglichen mit den übrigen Parteien weit vorne, hier gibt mehr als ein Viertel der Befragten (27 %) dieses Thema an. Das Thema Wirtschaft nennen nur zwei Prozent der aktuellen AfD-Wähler. Für jeden zehnten potentiellen Wähler spielt dieses Thema jedoch eine wichtige Rolle (10 %). Der Terrorismus ist für nur ein Prozent der Befragten ein wichtiges Thema.

Auch bei den Wählern der FDP liegt das Thema Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge mit 71 Prozent weit vor anderen politischen Feldern. Es folgen Bildung (22 %), Sicherheit/Kriminalität (20 %) und Außenpolitik/weltpolitische Lage (19 %). Auffällig ist, dass das Thema Rente/Altersarmut nur für 15 Prozent der aktuellen FDP-Wähler, jedoch für knapp doppelt so viele der potentiellen Wähler (27 %) eine übergeordnete Rolle spielt. Die Themen Arbeit/Löhne (4 %), Terrorismus (2 %) und der Dieselskandal (1 %) bewegen die FDP-Wähler eher weniger. Kein einziger der 103 befragten aktuellen FDP-Wähler nennt den Themenbereich Familie/Kinder (0 %).

Fast jeder zweite Wähler der Linken sieht Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge als wichtigstes Thema an (47 %). Im Vergleich mit den anderen Parteien ist dies jedoch der geringste Wert für dieses Thema. Knapp dahinter liegen fast gleichauf Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit (39 %) und Rente/Altersarmut (38 %). Mehr als jeder vierte (28 %) aktuelle Linke-Wähler zählt die Außenpolitik/weltpolitische Lage zu den wichtigsten Themen. Auffällig ist, dass nur drei Prozent der befragten aktuellen Wähler Steuern/Finanzen nennen. Bei den potentiellen Wählern sind dies viermal so viele (12 %). Die Themen Digitalisierung/Infrastruktur (3 %) und Terrorismus (1 %) bewegen relativ wenige Linke-Wähler. Den Dieselskandal nennt niemand der 106 Befragten (0 %).

Bei den befragten aktuellen Wählern der Grünen steht das Thema Zuwanderung/Migration/Flüchtlinge ebenfalls an erster Stelle (49 %). Bei den potentiellen Wählern hatte dieses Thema einen noch höheren Anteil: 56 Prozent. Das Thema Umwelt/Klima/Tierschutz steht bei den Wählern der Grünen an zweiter Stelle der wichtigsten Themen. Vier von zehn Befragten (40 %) und damit weit mehr als bei den übrigen Parteien, nennen diesen Themenbereich. Auch die Themen Soziale Sicherheit/Gerechtigkeit/Ungleichheit (26 %) und Rente/Altersarmut bewegen die Befragten relativ häufig. Die Themen Familie/Kinder und Terrorismus spielen mit jeweils zwei Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Den Dieselskandal nennt keiner der befragten aktuellen Grünen-Wähler.

Ältere Wähler haben klare Schwerpunkte

Wähler ab 45 Jahren setzen in ihrer Themenwahl eine klare Priorität: Sicherheit. Dies umfasst die soziale Sicherheit – wie z.B. die Sicherung des finanziellen Lebensstandards im Alter, die Rente – ebenso, wie die persönliche Sicherheit und die Furcht vor Kriminalität. Top-Thema sind die Zuwanderung und die Probleme bei der Integration der Menschen, die zugewandert sind.

Wähler sind im Ferienmodus – Keine Bewegung bei der Sonntagsfrage 

Die CDU/CSU, SPD, AfD und FDP bleiben diese Woche in der Sonntagsfrage unverändert. Auch hinsichtlich ihrer sicheren Stimmen und ihres Potentiales gibt es keine Änderungen. Die Linke büßt diese Woche einen Prozentpunkt ein und kommt nun auf zehn Prozent der Stimmen. Auch der Anteil der sicheren Stimmen verringert sich um einen Prozentpunkt. Die potentiellen Stimmen steigen um einen Prozentpunkt. Die Grünen verbessern sich im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt, da der Anteil der sicheren Stimmen um einen Prozentpunkt ausgebaut werden konnte. Der Anteil der potentiellen Wähler sinkt um zwei Prozentpunkte. Der Anteil der Wähler, die sich grundsätzlich nicht vorstellen können die CDU/CSU zu wählen steigt wie bei den Grünen um zwei Prozentpunkte. Dieser Anteil steigt bei der SPD und Linken um jeweils einen Prozentpunkt. Verbessern können sich die AfD und FDP: jeweils zwei Prozentpunkte weniger können sich nicht vorstellen die jeweilige Partei zu wählen.

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