Verbraucher werden durch Verschleierung harter Fakten getäuscht: Warum Tierschutzlabel keine Verbesserung sind – sondern zertifiziertes Tierleid

Der Konsum von Fleisch eines wehrlosen Lebewesens, das sein Leben lang unter Höllenqualen leidet, das festgebunden, eingesperrt und verwahrlost nur vegetieren kann, um dann getötet und gegessen zu werden, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Da die Akzeptanz schwindet, greift der Einzelhandel zu einem perfiden Trick, um weniger Abnehmer zu verlieren: Mit Prädikaten wie „tiergerechte Haltung“ wird Fleisch in Supermärkten seit einiger Zeit durch verschiedene Gütesiegel beworben.

Ab April werden die großen deutschen Supermarktketten mit einem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner präsentierten einheitlichen Siegel auf Fleischverpackungen die Haltungsart der Tiere dokumentieren. Dahinter steckt aber nicht der Wille, Tieren ein einigermaßen erträgliches Leben in den Mastbetrieben zu ermöglichen, sondern nur die Absicht, Verbrauchern ein gutes Gefühl zu geben, wenn sie zu Fleischprodukten greifen. Das Märchen vom glücklichen Tier, das sein erfülltes und artgerechtes Leben gerne gibt, um auf dem Teller zu landen, soll so am Leben erhalten werden.

Fakt ist einfach: Es gibt kein artgerecht „produziertes” Fleisch. Jedes Tier will leben, ob es über Wiesen laufen kann oder eingepfercht wird. Denn die Tiere, die von Bauern gemästet werden, landen alle im Schlachthaus, wo sie brutal vergast, erschossen und mit Elektroschocks malträtiert werden. Regelmäßig werden in Schlachthöfen zudem Tiere aufgeschlitzt, während sie bei Bewusstsein sind, laut offiziellen Zahlen jährlich rund 330.000 Kühe. In einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft sollte Fleisch als Nahrungsmittel keinen Platz finden.

Die vom Lebensmittelhandel getragene „Initiative Tierwohl“, die das einheitliche Label als Marketingstrategie einführt, hat schon mehrfach ihre Doppelzüngigkeit bewiesen. Beispielsweise 2017 zeigten Aufnahmen der Tierrechtsorganisation PETA aus Schweinemast-Mitgliedsbetrieben der „Initiative Tierwohl“, dass dort kaum eine Verbesserung der Haltungsbedingungen entstanden war. So filmten PETA-Ermittler zahlreiche tote und verletzte Tiere auf mit Kot verdreckten Spaltenböden.

Das Bündnis von Fleischlobby und Einzelhandel bedeutet für Tiere Leid und Qualen unter dem Deckmantel des Tierschutzes. Denn durch Zurechtbiegen der Realität verbessern sich die mangelhaften Bedingungen für Tiere in der Landwirtschaft nicht. So ist es möglich, ein 100 Kilo schweres Schwein auf einer Fläche von 0,75 Quadratmetern zu halten. Selbst wenn das Fleisch mit einem Premium-Bio-Siegel versehen ist, war das dafür getötete Tier doch ein bloßes Produktionsgut, das wirtschaftlich sein musste.

Die derzeitigen Tierschutzgesetze treten die Bedürfnisse aller Tiere in der Landwirtschaft mit Füßen und zielen an der Realität vorbei. Regelmäßig belegen von PETA veröffentlichte Aufnahmen aus Mastbetrieben schwer zu ertragende Lebensumstände der Tiere: Verdreckte, ungeeignete Spaltenböden oder Kastenstände, brutale Gewalt und jahrelange Fixierung an einem Ort wie bei der Anbindehaltung sollen mit der Strategie, scheinbar für Tierschutz einzutreten, vertuscht werden. Keine der Initiativen und Siegel hat diese Zustände maßgeblich verbessert.

Wer Fleisch mit einem Tierschutzlabel kauft, verlässt sich auf bessere Haltungsbedingungen und wird doch getäuscht. Denn die tatsächlichen Verbesserungen sind für die Tiere, wenn überhaupt, geringfügig. Meist sind die Auflagen zu lose; zudem wird selten kontrolliert, ob Betriebe diese überhaupt einhalten. Und falls sie es nicht tun, gibt es in den wenigsten Fällen Strafen. Das gilt leider für alle Tierschutzlabels, sowohl für industrieeigene wie auch für solche von Supermärkten oder Tierschutzverbänden. Somit sind Tierschutzlabels nicht mehr als zertifiziertes Tierleid. 

Um dem Missbrauch unzähliger Lebewesen entgegenzuwirken, hilft letztlich nur, sich vegan zu ernähren und auf bio-vegane Landwirtschaft zu setzen. Veganer führen ein gesünderes Leben und jeder Einzelne bewahrt bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod. PETA unterstützt mit dem Veganstart-Programm übrigens beim Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

PETA Deutschland e.V. ist mit über einer Million Unterstützern die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Das in 2013 ins Leben gerufene Online-Magazin PETA50plus.de – ein Partner des Bundesverband Initiative 50Plus (BVI50Plus) – beschäftigt sich kritisch, hintergründig, informativ und humorvoll mit facettenreichen Aspekten rund um das Thema Tierrechte. Ohne Tabus und aus spannenden Perspektiven können Menschen der Generation „50Plus“ hier viel Wissenswertes über ein bewusstes und tierfreundliches Leben erfahren.

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