Weg vom frühen Schongang bei älteren Mitarbeitern (1). Ein Kommentar von Helmut Muthers (Babyboomer) in BZ-Nachrichten

Zu einer Zukunftskonferenz hatte die Geschäftsleitung die Führungskräfte und alle Mitarbei-ter sowie die Aufsichtsratsmitglieder des Unternehmens eingeladen. Insgesamt nahmen 150 Personen, das waren 90 Prozent aller Eingeladenen, freiwillig von Freitagabend bis Sonntagnachmittag an der Veranstaltung teil.

Durch einen externen Moderator unterstützt, haben die Teilnehmer selbstverantwortlich die Zukunft ihres Unternehmens erfunden. Die Veranstaltung begann mit einer Rückschau in die Vergangenheit des Unternehmens. Dabei wurde allen deutlich, was sie bisher schon erreicht, welche Krisen sie gemeistert und welche Veränderungen sie bewältigt hatten.

Gleich zu Beginn waren also insbesondere die älteren Teilnehmer gefragt und gefordert. Ihre Berichte und Informationen über die vergangenen Jahrzehnte gaben allen Beteiligten einen guten Überblick über die Unternehmensentwicklung und ein sicheres Gefühl. Den Älteren wurde ihr Wert für die Firma bewusst. Die Jüngeren erkannten die „Vorarbeit“ der Älteren und wertschätzten ihr Engagement. Ein starkes Empfinden für die Gemeinschaft entstand, das berühmte „Wir-Gefühl“ verstärkte sich. Mit dieser ersten Sequenz wurde die Betrachtung der Vergangenheit am Freitagabend abgeschlossen.

Am Samstagmorgen wurden die – aus Sicht der Teilnehmer – erkennbaren Trends und Entwicklungen, mit denen der Betrieb konfrontiert ist und sein wird, analysiert, auf eine riesige Mindmap übertragen und von unterschiedlichen Gruppen kommentiert. Die Teilnehmer erarbeiten dabei ihre Antworten auf die Herausforderungen und inszenierten ihre wünschenswerte Zukunft für die kommenden zehn Jahre.

Aus den vielen verschiedenen Präsentationen und Entwürfen wurden am Sonntagmorgen in einer großen Diskussion die gemeinsamen Ziele abgeleitet sowie anschließend die dazu pas-senden Maßnahmen entwickelt.

Die auf das Wochenende verteilten 20 effektiven Arbeitsstunden der Konferenz führten in der Folge zu einer deutlichen Verbesserung der Zusammenarbeit im Tagesgeschäft, sowohl zwischen den Jüngeren und Älteren als auch bereichs- und abteilungsübergreifend.

Für alle Teilnehmer war es faszinierend zu erleben, wie unabhängig von Alter, Geschlecht und Position der Bürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzender, der Hausmeister, die Ge-schäftsleitung, der Verkäufer, der Buchhalter, der Auszubildende und alle anderen Mitarbeiter sich für ihr Unternehmen einbrachten. Sie entwickelten mit viel Leidenschaft „verrückte“ Ideen und eine große Umsetzungsbereitschaft der verabredeten Maßnahmen.

Check-ups sicherten in den Monaten nach der Konferenz die Realisierung und immer wieder neue Aktivitäten. Herausragend war die 95-prozentige Umsetzungsquote der beschlossenen Maßnahmen nach einem Jahr, die das Unternehmen entscheidend weiterbrachten.

Die wichtigste Erkenntnis für die Geschäftsleitung war, dass es sich auszahlt, möglichst alle zusammenzubringen, die an der Entwicklung des Unternehmens beteiligt sind. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass die älteren Mitarbeiter nicht außen vorblieben, sondern im Gegenteil, eine große Bereitschaft einbrachten, ihren Teil zur Zukunft des Unternehmens zu leisten. Sie wollen nicht geschont werden und sich zur Ruhe setzen, sie wollen sich weiter engagieren. Man muss sie aber eben auch lassen.

Die Teile 2 bis 4 „Weg vom frühen Schongang bei älteren Mitarbeitern“ können Sie am 15., 22. und 29. Mai 2019 in BZ-Nachrichten.de lesen.

Autor Helmut Muthers

Seit mehr als 17 Jahren fokussiert sich Helmut Muthers auf die Chancen der gesellschaftlichen Alterung und den Unternehmenserfolg bei älteren Kunden und Mitarbeitern. Er gehört zur älteren Generation und kennt die Folgen der demografischen Veränderungen aus exakt dieser Perspektive.

Mit mehr als 1.600 Auftritten gehört Helmut Muthers zu den gefragtesten Rednern mit Themen wie „Sie brauchen keine neuen Kunden. Nehmen Sie die Alten.“ und „Die Mitarbeiter werden grau! Na und? Abschied vom Jugendwahn in der Personalpolitik.“

Helmut Muthers ist Betriebswirt, war Bankvorstand und Sanierer mittelständischer Banken. 1994 gründete er das MUTHERS INSTITUT für Strategisches Chancen-Management. Er ist Landes-Geschäftsführer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz des Bundesverbandes Initiative 50Plus e.V. und Expert-Member des Club 55 (europäische Gemeinschaft von Marketing- und Verkaufsexperten).

Helmut Muthers ist Autor, Mitautor und Herausgeber von 24 Fach- und Hörbüchern, unter anderem „Ab 50 ist man alt… genug, um zu wissen, was man kann und will“, „30 Minuten Marketing 50+“, „Wettlauf um die Alten“.

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