Wer braucht eigentlich borstige Haare am Kinn?! – Ein Kommentar von Renate Zott in BZ-Nachrichten

Männer natürlich, denn Bart ist gerade total angesagt und wer glaubt, dass die Art und Weise wie das Haar wo getragen wird in der Hauptsache nur Frauen beschäftigt, liegt wahrscheinlich nicht ganz richtig. Hört man doch, dass Profikicker neuerdings vorm Verlassen der Katakomben noch einen prüfenden Blick in den Spiegel werfen. Also Jungs: London, Paris, New York, Fußballstadion – Hauptsache die Frisur sitzt.

Eine Generation später (meine) wachsen Haare plötzlich da, wo sie nicht hingehören und dort wo sie hingehören fallen sie aus ☹. Insbesondere Männer sind von diesem Phänomen häufig betroffen und machen erfinderisch. Eine Menge Mittelchen und Methoden, die kahlen Stellen in sprießendes Ackerland zu verwandeln. Aber auch die Glatze erfreut sich wachsender Beliebtheit und irgendwie bin ich auch froh, dass die Zeiten, wo >Mann< lichte Stellen mit Resthaar verdeckt hat, vorbei sind. Ihr erinnert euch: der Seitenscheitel tief und die 5 verbliebenen Strähnen in 4 ordentlichen Reihen rüber gelegt. Wenn da bloß kein Sturm kommt…

Jedenfalls ist die Freude durchweg groß, solange das Haupthaar in Hülle und Fülle Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Und da sind wir Frauen dann oft trotzdem schwierig, denn meistens wünscht man sich, was man nicht hat. D.h. die Naturgelockten hätten’ s gerne aalglatt und umgekehrt. Sind sie lang, überlegt Frau sich Kurzhaarfrisuren und sind sie kurz, wären lange Haare auch mal so richtig toll. Zum Glück kann jedem nach Lust und Laune geholfen werden: abschneiden, verlängern, verdichten, färben, strähnen, bleichen, implantieren, wellen, locken, flechten, braiden und vermutlich noch ganz viel mehr. 

Nicht minder spannend der Rest vom Körper, denn der soll heutzutage ja quasi haar frei sein. Inklusive der neuesten Mode für Schambehaarung, denn die ist längst auch unterm Schlüpfer angekommen. Vorbei die Zeit vom wilden Wuchs bis unter die Achseln! Also die tägliche Dreiecks-Rasur oder epilieren oder wachsen oder dem Haar mit diversen Methoden ganz und gar den gar ausmachen. Ganz zu schweigen von den 3 schwarzen borstigen Biestern, die ich letztens meinem Kinn entrissen habe.  Ich erinnere mich auch noch sehr gut, dass ich mich einen Tag vor meiner Bandscheiben-OP auf allen vieren in die Dusche geschleppt habe, um mich zu rasieren, damit der Chirurg und das OP-Team, keinen schlampigen Eindruck von mir bekämen, wo doch der ganze Rest schon so mitgenommen aussah. Hinterher musste ich über mich selbst lachen – als ob das auf dem OP Tisch irgendjemanden auch nur (haar)ansatzweise interessiert hätte. Na gut, mein Gewissen war beruhigt; schließlich will man ja nicht borstig gerettet werden.

Aber: und das wird ja weniger häufig vertieft, die ganze Sache mit dem Haar rauf und runter kostet uns verdammt viel Zeit. Rechnen wir mal nur mit 20 Minuten im Schnitt pro Tag für alles inkl. Waschen, Trocknen, Stylen … und dem „hairfree“-Part, sind wir im Jahr mit 365 Tagen bei schlappen 7300 Minuten, was schon mit fast 122 Stunden pro Jahr – also respektablen 5 ganzen Tagen zu Buche schlägt. Hiiilfe – 5 Tage pro Jahr nur für die Haare. Echt fiese Zeitklauer diese Hornfäden!

Hochgerechnet auf so ein Leben macht das summa summarum ganz lockig ein gutes halbes Jahr aus – vorsichtig berechnet. Bei vielen geht da sicher noch ein fülliger Schwung mehr.

Das muss man sich nochmal auf der Zunge zergehen lassen. Mehr als ein halbes Jahr reine Lebenszeit einfach so weggeschnitten nur für die Haare. Nicht zu fassen! Was das betriebswirtschaftlich bedeutet – es ist zum Haare raufen – oder?! Da liegt die Idee nicht fern, das Thema Haare im Lebenslauf unter der Rubrik Hobbies mit aufzunehmen – und das nicht nur bei Bewerbungen im gleichen Genre…

Also Ihr Lieben: Mützen auf, Bad Hair Days feiern und — eine Menge Zeit sparen!

Die Autorin Renate Zott

Renate Zott wohnt in Frankfurt am Main und ist aktive Kämpferin für ein positives Altersbild. Renate Zott, erst Versicherungs-Maklerin und jetzt Managerin einer Haustechnik-Firma, ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Renate Zott ist Botschafterin des Bundesverband Initiative 50Plus und Kreis-Geschäftsführerin des BVI50Plus in Frankfurt am Main.

Sie betreibt den Blog www.topagemodel.de. Renate Zott ist auch bei Facebook und Instagram.

Sehen Sie Renate Zott im 50PlusFernsehen:

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