Zum Tod von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog

Mit großer Anteilnahme wird dem früheren Bundespräsidenten, dem früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, dem Politiker Roman Herzog gedacht. Ein wesentliches Vermächtnis wird die „Ruck-Rede“ aus dem Jahr 1997 bleiben. Viele seiner vielfältigen Verdienste werden gewürdigt werden. Ich möchte dem eine kleine, persönliche Note hinzusetzen:

In der Presse, in den Medien, wirkte die Person Roman Herzog oft – als Hamburger würde man sagen – etwas spröde. Ich hatte jedoch das große Vergnügen Roman Herzog ganz anders kennen zu lernen: An der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften, die 1988, als ich dort studierte, noch Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer hieß, hielt er als Bundesverfassungsgerichtspräsident eine Vorlesung zum Verfassungsrecht. Der Termin der Veranstaltung am Freitagnachmittag im Sommersemester hatte dazu geführt, dass nur eine überschaubare Anzahl von Kommilitonen die Veranstaltung gewählt hatte.

Doch eine Vorlesung bei Roman Herzog war Verfassungsrecht „aus allererster Hand“. Roman Herzog kam in gepanzerten Limousinen, in Begleitung von Fahrern und Personenschützern um uns Referendaren und Studenten den richtigen Umgang mit der Verfassung und der Verfassungsgerichtsbarkeit beizubringen. Gut gelaunt, witzig und leger, aber präzise formulierend, keiner Frage ausweichend durften wir einen ganz anderen Roman Herzog erleben und dabei sehr viel lernen, was zumindest mich bis heute begleitet. Dabei wird mir, wenn ich an Roman Herzog denke, nicht die „Ruck-Rede“ in Erinnerung bleiben, sondern seine verschmitze Aussage über seine Aufgabe am Bundesverfassungsgericht:
„Wir kochen auch nur mit Wasser“.

Ralf Burmester

Gast-Autor: Ralf Burmester, Rechtsanwalt

www.burmester.eu

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